Wandern mit der Klasse – Geht´s noch?

Um es vorweg zu nehmen; die Antwort auf die Frage kann mit ja beantwortet werden. Ja, es geht bzw. er, sie laufen noch. Beim „Wandertag“ der Klasse 9H mit Klassenlehrer Robert Vuletić, konnte man erfahren, dass Jugendliche durchaus gut zu Fuß sind und auch für Bewegung zu begeistern sind. Wichtig sind erreichbare, motivierende Ziele und in Aussicht gestellte Belohnungen, wenn man sich angestrengt und etwas erreicht hat.

Auf dem Programm stand eine Wanderung vom Schulort über die Freilichtbühne, weiter auf einem sehr schönen Waldpfad nach Kirschhausen. Während der Wanderung gab es einen regen Austausch zwischen Schülern und Lehrer, für den man wahrscheinlich während des Schulbetriebs kaum Gelegenheit hat. Man unterhielt sich über berufliche sowie private Zukunftsperspektiven, die zum Teil sehr interessant und reif formuliert waren. „Ich will nach meinen Hauptschulabschluss wieder in mein Heimatland gehen“, berichtete eine Schülerin. „Dort will ich meine deutschen Sprachkenntnisse beruflich nutzen und mir eine Existenz aufbauen“, skizzierte sie sehr klar und überzeugend. „Ich will in der der Nähe meiner Familie sein, denn dort fühle ich mich wohl und bin glücklich!“, sagte sie mit strahlendem Gesicht.

 

Ab Kirschhausen stand den Schülerinnen und Schüler nun eine ordentliche Steigung bevor, denn man wollte über die Jägerrast auf dem Höhenweg zur Starkenburg marschieren. Aber bevor es in die Höhe auf dem vorgezeichneten Weg voran ging, wurde die Gruppe vor das Problem gesperrter Wege gestellt. Problemlösestrategien waren nun gefragt. Wie geht’s weiter? Zum Glück verfügte der Leiter der Gruppe über digitales Kartenmaterial. An Hand dieser modernen Orientierungshilfe erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler einen alternativen Wanderweg, der ebenso zum Ziel führen sollte. Man setzte sich Wegepunkte und verglich die identifizierten Punkte mit der topografischen Wirklichkeit. Ein „Kundschafter“ wurde einige Meter auf dem Weg vorausgeschickt, um die auf der Karte bestimmten Merkmale auch zu finden und dann die Gruppe nach zu ziehen. Sich zu orientieren ist eine Herausforderung und macht Spaß, wenn man dann auch richtig liegt. „Da ist das in der Karte beschriebene rot-weiß-rote Markierungszeichen“, rief ein Kundschafter der nachfolgenden Gruppe zu. Erleichtert folgte man nun wieder dem geplanten Wanderweg in Richtung Starkenburg. Vorbei ging es an einem Wegkreuz, an dem die Schülerinnen und Schüler nachdenklich und wissbegierig stehen blieben. Was hier wohl passiert war? Es begannen die unterschiedlichsten Spekulationen und Überlegungen. Vermutlich ist an dieser Stelle eine Person gestorben, denn auf dem Kreuz befanden sich die Geburts- und Sterbedaten dieser Person. Bisher hatten die Jugendlichen noch nie ein solches Wegkreuz wahrgenommen und so gab diese Begegnung eine gute Gelegenheit über diesen Brauch zu sprechen, der in der christlichen Kultur zu Grund gelegt ist.


Nach ca. 2,5 Stunden erreichte die Klasse die Starkenburg. Einen herrlichen Ausblick eröffnete sich den Jugendlichen auf „ihre“ Stadt und darüber hinaus auch auf das weite Umland. Jetzt war aber erst einmal das verdiente, mitgebrachte Vesper dran. Im Innenhof der Burg, baute man auf einer Tischgruppe ein buntes Buffet auf, an dem sich die 9.Klässler genüsslich bedienten. Es ist einfach herrlich im Freien zu essen und dabei das schöne Wetter des Tages zu genießen. Alle Anstrengungen waren vergessen.

Abschließend begab man sich zum Aussichtspunkt der Burg und obwohl sicherlich die Meisten schon einmal auf der Burg waren, konnte Herr Vuletić beim Betrachten der Stadt den einen oder anderen interessanten Hinweis im Altstadtbild geben. Bevor es dann im Zickzack-Pfad von der Burg in die Altstadt zurückging, musste noch das obligatorische Klassenfoto geschossen werden. Damit ging ein schöner Schultag zu Ende, der den Klassenzusammenhalt förderte und den einen oder anderen Lerninhalt beim „aufmerksamen Gehen“ mitlieferte. (ml)

150 MBS-Schüler beim Altstadtlauf aktiv

Traditionell beteiligt sich die Martin-Buber-Schule beim Heppenheimer Altstadtlauf, immerhin findet die sportliche Aktion ja direkt vor den Schultoren statt. In diesem Jahr nahmen die Jahrgangsstufen 5 und 6 der Haupt- und Realschule und vereinzelte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7-10 an den Läufen teil. Insgesamt war die MBS in diesem Jahr mit 150 Schülerinnen und Schülern am Start vertreten. Die jüngsten drehten zwei Runden, also 800 Meter, während die älteren Schülerinnen und Schüler 1800 Meter durch die Altstadt Heppenheim liefen. Sportlehrer Niels Keller hatte die Organisation für die Martin-Buber-Schule übernommen und etliche Klassenlehrer und Fachlehrer der Martin-Buber-Schule waren am Start-Ziel-Bereich versammelt, um die Mitstreiter durch laute „M-B-S“-Rufe anzufeuern. Eine tolle Stimmung. Und der Schüler Astritt aus der Sprachintensivklasse schaffte es sogar auf den ersten Platz. Jeder Teilnehmer bei dem Altstadtlauf erhielt zur Anerkennung eine Medaille und ein erfrischendes Eis. Fest steht schon heute: Auch im nächsten Jahr sind wir wieder mit am Start.

Impressionen der Einweihungsfeier

„Es ist richtig gut geworden“

Copyright Echo Online 01.09.2018 von Astrid Wagner

Die Martin-Buber-Schule in Heppenheim ist von Grund auf saniert und modernisiert worden. Der Kreis Bergstraße hat 13 Millionen Euro investiert.

Alles frisch: Die Martin-Buber-Schule in Heppenheim ist für 13 Millionen Euro saniert worden. Foto: Sascha Lotz

HEPPENHEIM – 13 Millionen Euro hat der Kreis Bergstraße in die Hand genommen, um die Heppenheimer Martin-Buber-Schule von Grund auf zu sanieren und modernisieren. 1000 Euro davon wurden dafür verwendet, eingetrocknete Kaugummis vom Schulhofboden zu entfernen. „Da ich nicht glaube, dass die Kaugummi-Reste alle ausschließlich von den Lehrern sind, bitte ich euch, in Zukunft pfleglich mit der Schule umzugehen – so schnell gibt es keine neue.“

Kombiklassen sind Geschichte
Mit diesen Worten wandte sich Landrat Christian Engelhardt am Freitagvormittag bei der offiziellen Schlüsselübergabe an die freilich nur spärlich vorhandenen Schüler. Die hatten zur Feier des Tages nämlich schulfrei bekommen.

JETZT AUCH „DARSTELLENDES SPIEL“

Auch weiterhin gibt es die Ganztagsbetreuung an der Martin-Buber-Schule, die durch zahlreiche AGs gestaltet wird. Neu dabei ist „Darstellendes Spiel“. Die Neunt- und Zehntklässler übernehmen für die neuen Fünftklässler Patenschaften. Neu eingeführt wurde auch der Schulsanitätsdienst. Es ist geplant mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) einen Kooperationsvertrag abzuschließen, auch um Fördermittel für den Bereich Berufsorientierung zu erhalten. Die Kooperation mit Strahlemann läuft weiter wie gewohnt, ebenso die mit dem Heppenheimer Schul- und Jugendhilfeprojekt. Neu gibt es den Schreibwettbewerb – egal ob Rap oder Erzählung, die Mädchen und Jungen sind von der Deutsch-Fachschaft aufgerufen, etwas zum Thema „Heimat“ zu schreiben. (rid)

In drei Bauabschnitte war die Maßnahme unterteilt, während 26 Klassenräume saniert und mit Whiteboards ausgestattet wurden, zehn davon darüber hinaus mit Beamern. Es gibt kleinere Besprechungsräume, eine neues Lehrerzimmer, ein Großraumbüro, naturwissenschaftliche Räume, eine Lehrküche, eine „Holzwerkstatt vom Feinsten“, wie Schulleiterin Petra Röhrig aufzählte. Aula und Mensa erstrahlen in neuem Glanz, neue Fenster und Türen wurden eingebaut. „Es ist richtig gut geworden“, freute sie sich.
Doch sie schickte auch das ein oder andere „Aber“ hinterher. Sie hätte sich an der ein oder anderen Stelle mehr Mitspracherecht gewünscht, um „manches Unsinnige“ zu verhindern. Sie kritisierte, dass das sommerliche Raumklima bei geschlossenen Rollos nicht auszuhalten sei: „Die Luft steht“. Vor allem für die Lehrküche möchte man eine Klimaanlage, damit man dort auch im Sommer unterrichten könne. Auch eine freundlichere Außenfarbe hätte sie sich gewünscht.
Auch Bürgermeister Rainer Burelbach lobt die Modernisierung: „Sie ist das richtige Zeichen dafür, dass die Schulen mit ihren Schülern und Lehrern im Mittelpunkt stehen.“ Der ehemalige Schulleiter Peter Kühn freute sich über die Verwandlung, die seine alte Wirkungsstätte erfahren hat. Vom Architekturbüro gab’s ein Martin-Buber-Porträt als Geschenk.
Ganz besonders wichtig ist neben dem Äußeren jedoch das, was im Innern der Schule geschieht. Und da herrscht seit einiger Zeit Aufbruchstimmung. Bei der Berufsorientierung arbeitet man eng mit der Karl-Kübel- und der Metzendorf-Schule zusammen. Bisher war die Berufsorientierung in der achten und neunten Klasse auf dem Lehrplan, nun hat man sie auf die neunte und zehnte Klasse verlegt, um den Schülern einen geschmeidigeren Übergang zu gewährleisten.
Neu in diesem Jahr ist Spanisch im Stundenplan. Wer hier anfängt, kann die Sprache nach einem Jahr an der weiterführenden Schule abwählen und muss nicht drei Jahre lang eine zweite Fremdsprache belegen. Eine argentinische Lehrerin sorgt für viel Spaß und Fortschritt im Unterricht.
Haupt- und Realschule sind seit diesem Jahr wieder ab der fünften Klasse getrennt. Die Kombiklassen sind Geschichte. Durch Inklusion und Integration ging die Schere zu weit auseinander. Neu für die Hauptschule ist der Projekttag einmal in der Woche, an dem man die Kinder von Beginn an auf die Projektprüfung vorbereitet.
Neu ist auch, dass es in den Hauptfächern am Ende jedes Schuljahres einen Kompetenztest gibt, in dem die individuellen Lernfortschritte überprüft werden, um eventuell Fördermaßnahmen zu entwickeln. Es soll kein Schüler auf der Strecke bleiben. Förderstunden können personell derzeit gut abgedeckt werden. Im Frühjahr nächsten Jahres plant die Schule eine Sprachreise nach Süd-England.

Polizei ist bei der Prävention dabei

Copyright Darmstädter Echo vom 24.08.2018 von Astrid Wagner

Oberkommissarin Bettina Noll ist regelmäßiger Gast an der Heppenheimer Martin-Buber-Schule und hält dort Sprechstunden.

Polizeioberkommissarin Bettina Noll (links) im Gespräch mit Siebtklässlern der Martin-Buber-Schule. Foto: Dagmar Jährling

HEPPENHEIM – Die Heppenheimer Martin-Buber-Schule (MBS) erscheint in neuem Glanz. Die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen sind so gut wie abgeschlossen. Doch nicht nur äußerlich befindet sich die Haupt- und Realschule im Wandel. Auch sonst tut sich bereits seit Jahren richtig viel. Gerade in Sachen Prävention ist man sehr engagiert.
Bei einer Gesprächsrunde am Mittwochmorgen mit dem Schulleitungsteam, das aus Leiterin Petra Röhrig sowie den Konrektoren Beate Späth und Jonas Meier sowie dem stellvertretenden Schulleiter Tobias Diehl besteht, ist auch Polizeioberkommissarin Bettina Noll dabei. „Aha“, mögen einige denken, „die Buberschule halt…“. Und genau über eine solche „falsche Wahrnehmung“ ärgert man sich im Kollegium, wie Schulleiterin Petra Röhrig unterstreicht. Immer wieder würden in der Stadt Gerüchte gestreut, die Polizei sei „ständig“ an der Schule und das habe seinen Grund.
FESTAKT UND FÜHRUNGEN

Am Freitag, 31. August, wird die sanierte und modernisierte Martin-Buber-Schule von Landrat Christian Engelhardt bei einem Festakt offiziell eröffnet. Wer sich für eine öffentliche Führung durch das Gebäude interssiert, kann sich unter der Rufnummer der Schule, 06252-61 01, anmelden. Die Führungen sind ab 14 Uhr nachmittags geplant. Info-Abende für Eltern der aktuellen Viertklässler sind am 4. Dezember und am 24. Januar jeweils um 19.30 Uhr geplant. Zum Tag der offenen Tür wird für Samstag, 2. Februar 2019, eingeladen. (rid)


Was stimmt ist, dass Noll regelmäßig in der Schule vorbeischaut. Das ist als Schulbeauftragte der Polizei auch ihr Job. Doch die engagierte Beamtin ist an allen anderen ihr zugeteilten Schulen genau so oft zu sehen. Ihr Erscheinen hat nichts mit Missständen zu tun oder Auffälligkeiten in der Schülerschaft, das betont sie selbst immer wieder. Am Starkenburg-Gymnasium ist sie ebenfalls regelmäßig zu Gast – wie übrigens auch in Kindergärten, wo auch keiner nur wegen ihrer Anwesenheit unterstellt, die Dreijährigen dort seien kriminell. 
Was also macht Noll an der MBS? In der Regel steht sie einmal monatlich für eine Sprechstunde zur Verfügung. Jeder kann zu ihr kommen. Schüler, Eltern und Lehrer. Sie informiert, unterstützt, schlichtet bei Bedarf und gibt Tipps. Sie selbst zählt sich zum Präventionsteam der Schule. Beruflich kümmert sie sich – repressiv und präventiv – um alles, was an den Schulen so anfällt. Mal wird etwas geklaut, mal gemobbt, mal verunziert ein Graffito eine Wand. Siebtklässler Marvin empfindet Nolls Besuche als positiv: „Man fühlt sich sicherer. Und die Lehrer haben Hilfe, wenn Schüler sich doof verhalten.“ Karim ergänzt: „Sie gibt Tipps, wenn man gemobbt wird.“ Hier bestätigt Lehrerin Angelika Mußbach, dass Mobbing oft schon im Ansatz unterbunden werden kann. Schulleiterin Petra Röhrig freut sich über den regelmäßigen Besuch. „Die Hemmschwelle von Kindern und Eltern, sich hilfesuchend an die Polizei zu wenden, ist niedriger, seit Frau Noll da ist.“ Auch Noll begrüßt die Bürgernähe und freut sich über einen guten Kontakt zu den Jugendlichen. Prävention ist ein wichtiger Bereich in der Martin-Buber-Schule: Seit diesem Schuljahr neu ausgebildet werden die „Digitalen Helden“ in der Jahrgangsstufe 9, die bald jüngere Schüler über den sicheren Umgang mit dem Internet und die Gefahren der digitalen Welt informieren werden.
Allein schon durch die Schulordnung wird bei Verstößen sofort hart durchgegriffen, bei tätlichen Auseinandersetzungen beispielsweise werden die Betroffenen sofort nach Hause geschickt – eine Maßnahme, die wirkt. Es gibt kaum noch solche Vorfälle. „Die Heranwachsenden sollen lernen, sich verbal auseinanderzusetzen“, so Röhrig. In den 8. Klassen gibt es ausgebildete Streitschlichter, man nutzt das Beratungsangebot der Caritas mit seinen festen Sprechstunden. Vier FsJler unterstützen das Kollegium bei der Arbeit mit den 5. und 6. Klassen.
In der 7. Klasse steht Drogenprävention auf dem Stundenplan. Eine halbe Stelle für einen Sozialpädagogen ist ausgeschrieben und soll nach Abschluss des derzeit laufenden Bewerbungsverfahrens baldmöglichst besetzt werden.

 

Schulanfang an der Martin-Buber-Schule

Am kommenden Montag (06.08.2018) beginnt in der ersten Stunde der Unterricht an der Heppenheimer Martin-Buber-Schule für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 6-10.
Am Dienstag (07.08.2018) werden die neuen Fünftklässler um 8.45 Uhr in der Aula im Rahmen einer kleinen Einschulungsfeier aufgenommen. Für die Eltern wird es ein Elterncafé in der Mensa geben, während die neuen Fünftklässler eine Kennenlernrunde mit ihren neuen Klassenlehrkräften und Mitschülern haben.Um 11.15 Uhr findet am Dienstag in St. Peter der ökumenische Einschulungsgottesdienst für alle Schülerinnen und Schüler statt. Der Unterricht endet um 12.15 Uhr.

Weitere Impressionen vom Sommerfest 2018

Mädchen und Jungen präsentieren bei Sommerfest der Martin-Buber-Schule ihre Projekte

Copyright Echo Online 23.06.2018

Über aufgemalte Blumen schreiten die Besucher zum Sommerfest der Martin-Buber-Schule. Foto: Sascha Lotz

Von Astrid Wagner

HEPPENHEIM – Es gibt sie noch: Die idealen Männer zum Heiraten. Jedenfalls bald. Und die kommen alle aus der Heppenheimer Martin-Buber-Schule. Bei der Projektwoche haben Jungen, die derzeit die Klassen 5 bis 9 besuchen, beim Kniggekurs für Halbstarke so allerhand Nützliches gelernt und sind nun die wahren Gentlemen.
Wasif machte es beim Sommerfest am Donnerstag nicht nur vor, sondern erklärte auch noch perfekt, wie man eine Krawatte richtig bindet. Die Schüler hatten sich in ihren feinsten Zwirn geworfen – die Hemden waren selbstverständlich allesamt selbst gebügelt. Da wurde jede Hausfrau blass vor Neid, so ordentlich und akurat beherrschen das die Jungs mittlerweile.
Neben Bügeln und Krawatte binden waren die allgemeinen Umgangsformen Thema des Projekts, bei dem die Heranwachsenden lernten, wie man sich für welche Gelegenheit am besten anziehen sollte. All die Basics eben, die man auch für ein Vorstellungsgespräch bestens gebrauchen kann.

Garten erwacht aus Dornröschenschlaf
Weil der Kurs so gut ankommt, wird nun überlegt, ihn als AG oder innerhalb des Wahlpflichtunterrichts anzubieten. Bei aller Freude darüber, dass diese Jungs nun perfekt bügeln können, gab’s für die Mamas einen Dämpfer: „Bei aller Liebe, die Bügelwäsche daheim übernehme ich trotzdem nicht!“, zerstörte ein Teenager alle mütterlichen Hoffnungen.
Am Tag vor dem Beginn der Sommerferien herrschte allerlei Trubel im und um das Schulgebäude. Ins Auge fielen den Besuchern sofort die riesigen gemalten, wunderschönen Blumen auf dem Schulhof-Boden, die ein Gute-Laune-Gefühl verbreiten. Die Mauer hinter der Mensa haben Schüler und Lehrer im Laufe der Woche mit einer ebenso dekorativen Blumenwiese bemalt. Endlich schaut man beim Essen nicht mehr auf eine triste graue Wand.
Richtig schwer geschuftet hat die Gruppe, die den Schulgarten im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Dornröschenschlaf erweckt hat. „Schulgarten in der Buberschule? Wo soll der denn sein?“, fragten sich viele. Auf dem Dach der Sporthalle – verborgen hinter meterhohen Brombeerhecken – befindet sich das großzügige Areal. In den Jahren des Umbaus an der Schule war das Vorhaben „eingeschlafen“. Ab dem kommenden Schuljahr soll es wieder richtig belebt werden.
Die Voraussetzungen wurden unter großem körperlichen Einsatz geschaffen: Brombeerhecken wurden gestutzt, Büsche geschnitten, in Hochbeeten wachsen nun bienenfreundliche Kräuter, die ebenso wie die Blüten der frisch eingesäten Wildblumenwiese möglichst bald Gäste für das aufgehängte Insektenhotel anlocken sollen. Im Arbeitslehreunterricht können dann Nistkästen und weitere Hochbeete entstehen, vielleicht gibt es auch eine Garten AG. Noch nicht wiedergefunden unter dem wuchernden Bewuchs wurde der einst angelegte Barfußpfad.
Viele Schüler der Sprachintensivklassen erhielten während des Festes ihre Sprachdiplome. Ein Zeichen dafür, dass Integration und Spracherwerb klappen kann, wie die Lehrer unterstreichen.
Auf der Bühne im Foyer zeigten viele Talente in den Sparten Musik, Tanz und Akrobatik, was sie können. Auch eine Theateraufführung konnte man bewundern. Das Tischkicker-Turnier fand großen Anklang. Und die rührigen Frauen vom Förderverein in ihren schicken grünen Shirts mit der Aufschrift „Gemeinsam für unsere Kinder“ versorgten die Gäste mit Kaffee und Kuchen.
Im unteren Bereich gab’s eine Ausstellung zu ernsten Themen wie Magersucht, Drogen oder Ritzen. Kreative Schüler hatten Papierlampen verschönert, andere wussten so ziemlich alles über Vulkane und gaben ihr Wissen mithilfe von Pappmacheemodellen von feuerspeienden Bergen an die Besucher weiter. Ein paar Schritte weiter freuten die sich über Leckereien des Kochprojektes. Die Kinder hatten sogar ihre Lieblingsrezepte zu Papier gebracht. So kann man nun daheim alles nachkochen.

 

NAMENSGEBER
Die Heppenheimer Haupt- und Realschule trägt den Namen des jüdischen Religionsphilosopen Martin Buber (1878-1965). Der Gelehrte lebte mit seiner Familie von 1916 bis zu seiner Emigration nach Palästina 1938 in Heppenheim. Seine damalige Wohnstätte, das Martin-Buber-Haus, ist als Kulturdenkmal geschützt und dient dem Internationalen Rat der Christen und Juden (ICCJ) als Sitz. (red)

92 Jugendliche bekommen ihr Abschlusszeugnis an der Martin-Buber-Schule in Heppenheim

Copyright Echo Online 14.06.2018

HEPPENHEIM – (jn). „Die Plackerei mit Höhen und Tiefen hat ein Ende, euer Einsatz hat sich mehr oder weniger gelohnt, doch ihr habt es geschafft und wir gratulieren euch“, begrüßte am Dienstag Schulleiterin Petra Röhrig die 92 Jugendlichen, die ihren Haupt- oder Realschulabschluss an der Martin-Buber-Schule (MBS) bestanden haben und in der neuen Aula verabschiedet wurden. Zum ersten Mal, dank der Renovierung, mit einer richtigen „akademischen Feier“, und so bot sich bei der Zeugnisübergabe ein schönes Bild, das die Absolventen sicher in Erinnerung behalten werden.

 

Gesamte Schulzeit während der Umbauphase
Froh gestimmte Eltern, zufriedene Klassenlehrer und ihre ehemaligen Schützlinge in festlichen Outfits ergaben einen prächtigen Rahmen, Worte der Anerkennung und Aufmunterung durften nicht fehlen. Die Schulleiterin erinnerte die Abgänger, von denen manche nur zwölf Monate, andere acht Jahre den Unterricht an der MBS besucht hatten, an eine Gemeinsamkeit: „Ihr seid ein Jahrgang, der während seiner gesamten Schulzeit den Umbau der Schule über sich ergehen lassen musste. Ständig musste geräumt und umgezogen werden, eine Klasse wurde noch im jetzt stillgelegten Nebengebäude unterrichtet, eine andere musste in den alten Bioraum im Keller ausgelagert werden. Aber das habt ihr gut und unbeschadet überstanden – schade nur, dass ihr die Einweihungsfeier nach zehn Jahren Bauzeit nicht mehr miterleben werdet.“ In diesem Jahrgang seien viele dabei, die gut gelernt, zuverlässig Klassenbücher geführt und Ordnungsdienst übernommen haben, die sich als Klassensprecher oder in Sozialpraktika engagiert und sich uneigennützig eingesetzt haben für die Belange der Mitschüler oder mehr Gerechtigkeit, so die Schulleiterin.
Stellvertretend dankte sie den Schulsprechern Marie Franken, Omar Ouro-Koura und Abdul Kadir, aber auch den Eltern, die die Schule unterstützt haben auch in der Vermittlung von Kompetenzen wie Drogenprävention, Integration, Fairness, Inklusion von Schwächeren und dem Umgang mit Computer, Smartphone und sozialen Medien.
„Mehr Mut und Zusammenhalt: Engagiert euch in wichtigen, die Welt bewegenden Dingen, tragt dazu bei, diese unsere Welt zu erhalten in all ihrer Vielfalt und all ihrer Schönheit. Ich wünsche euch alles Glück auf eurem weiteren Lebensweg und drücke euch die Daumen, dass ihr es schafft, einen Teil eurer Träume wahr werden zu lassen.“
Doch zunächst warten Berufsausbildung oder der Übergang auf weiterführende Schulen auf die 48 Abgänger, die einen qualifizierten Abschluss geschafft haben. Nachdem die Klassenlehrer ihren Schülern die Zeugnisse ausgehändigt hatten, wurden die Klassenbesten mit der Eins vor dem Komma noch einmal extra geehrt. Den musikalischen Part hatten Fachleiter Matthias Jakob und Lehramtsstudent Albert Sänger vorbereitet. Mit dem Song „Better in Time“ leiteten Jennifer Scholl und Blerona Jashari (10bR) über zum Finale.

Eine 10. Abschlussklasse sammelte für einen guten Zweck. Das gespendete Geld kommt Anni’s Suppenküche zu Gute. Vielen Dank im Namen der Pfarrei St. Peter.

Mit Projekttagen und Spanisch ins neues Schuljahr

MBS setzt neue Akzente für die Haupt- und Realschule

Heppenheim. Das Kollegium der Heppenheimer Haupt- und Realschule traf sich kürzlich zu einem Pädagogischen Tag. Nach einem Impulsvortrag der Schulleiterin der Alfred-Delp-Schule Lampertheim, Sylvia Meier, erarbeitete das Kollegium für die künftige fünfte Hauptschulklasse Projekttage. „Uns ist es wichtig, dass diese Kinder nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit Herz und Hand lernen“, äußert sich Schulleiterin Petra Röhrig zuversichtlich, dass das neue Konzept erfolgreich wird. Über zwanzig Projektideen wurden erarbeitet, die den Fünftklässlern zu Gute kommen sollen. Anschließend erarbeitete das Kollegium Kompetenztests, die künftig am Ende einer jeden Jahrgangsstufe in den Hauptfächern geschrieben werden sollen. „Wir erhoffen uns dadurch, Transparenz und eine möglichst individuelle Förderung unserer Schülerinnen und Schüler“, so Röhrig weiter. Neu an der Martin-Buber-Schule ist, dass im kommenden Schuljahr Spanisch als zweite Fremdsprache in der Jahrgangsstufe 9 angeboten wird. „Wir haben damit ein Alleinstellungsmerkmal an der Bergstraße mit diesem Sprachangebot in einer Realschule“, bilanziert Tobias Diehl, stellvertretender Schulleiter der MBS. Für diesen Fachunterricht wurde eine Muttersprachlerin aus Argentinien gewonnen, die Schulleitung und das Kollegium freuen sich über die Erweiterung des Sprachangebots. Am Ende des Pädagogischen Tages wurde auf die Projektwoche und das abschließende Sommerfest verwiesen. Am 21.06. werden zwischen 16.00 und 19.00 Uhr die Ergebnisse der Projektwoche im Sommerfest präsentiert. Gäste, auch die neuen Fünftklässler, sind herzlich willkommen.