WPU-Kurs Jahrgang 7 „Schüler für Tiere“ zu Besuch im Tierheim Heppenheim

Am 19. Oktober war es soweit: bei bestem Herbstwetter machten sich 15 Schülerinnen und Schüler des WPU-Kurses „Schüler für Tiere“ mit ihrer Lehrerin Silke Michel und FSJ-Kraft Iga Majcher auf den Weg zum Heppenheimer Tierheim. Während einige das Tierheim bereits von den Tierheimfesten kannten oder weil sie schon einmal ein Tier aus dem Tierschutz adoptiert haben, war es für die meisten der erste Besuch in diesem Zuhause für heimatlose Tiere.

Empfangen wurde die Gruppe von Renate Knab, seit Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin im Tierheim, und ihrer Hündin Cara. Während einer kurzen Einführung erklärte Frau Knab, dass das Tierheim vorwiegend Hunde, Katzen, Kleintiere wie Nager und Vögel, selten auch Reptilien und besonders jetzt im Herbst und Winter auch Wildtiere wie Igel beherbergt.  Die Lebensgeschichten der Tiere sind sehr unterschiedlich und so erzählte Renate Knab auch traurige Geschichten von Tieren, deren Besitzer erkrankt oder verstorben waren oder Menschen, die mit einem Tier plötzlich überfordert waren und sich deshalb zur Abgabe im Tierheim entschlossen. Auch von Fundtieren und  schlechter Haltung und Beschlagnahmungen durch das Veterinäramt war die Rede, wenn also dem Halter die Tiererlaubnis entzogen wird. Eine kleine Hundemama mit ihren winzigen Welpen sorgte für große Aufregung; sie stammen aus einem Fall von „Animal Hoarding“, beschrieben als das krankhafte Sammeln und Halten von Tieren auf engstem Raum.

Im Anschluss wurde die Schülergruppe geteilt und in zwei Gruppen von Renate Knab und dem Tierpfleger Christoph Bär durch das Tierheim geführt. Besichtigt wurden zunächst die Hundefreiläufe und die Hundezwinger, danach stand eins der Katzenzimmer auf dem Programm. Ausgestattet mit Kratzbäumen, Klettersäulen, Kuschelecken und einem Zugang zum Außengehege haben die Katzen hier viel Platz und die nötige Ruhe, nach der sich viele sehnen. Während das Katzenpärchen Bonny und Clyde sehr scheu ist und sich wie einige andere Katzen auch vor den Besuchern lieber versteckte, suchte Kater Milo regelrecht Kontakt und genoss die vielen streichelnden Hände.

Weiter ging es ins Igelzimmer, in dem jetzt am Herbstanfang schon einiger Betrieb herrscht. Hier durften die Jugendlichen bei der Reinigung der Käfige, der Fütterung und täglichen Gewichtskontrolle zuschauen und konnten einen Igel aus nächster Nähe bewundern. Sie erfuhren, dass Jungtiere oft vollkommen allein gefunden und dann im Tierheim gepäppelt werden; mit 600g haben sie gute Chancen, den Winterschlaf in der Wildnis gut zu überleben.

Im Kleintierzimmer unter dem Dach des Tierheims sind die Kleintiere untergebracht, derzeit Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse , Kanarienvögel und Wellensittiche. Alle diese Tiere benötigen weit mehr Platz als die in Zoohandlungen angebotenen Käfige bieten und sollten (mit Ausnahme von Hamstern) niemals alleine gehalten werden; im schlimmsten Fall können sie aus Einsamkeit sterben. Die Mitarbeiter des Tierheims beraten hier gern bei der Auswahl und Ausstattung der Käfige und Volieren und bringen die vermittelten Kleintiere sogar direkt zu ihren neuen Besitzern.

Beeindruckt waren die Jugendlichen auch von der Geräuschkulisse im Tierheim – durch unseren Besuch waren besonders die Hunde in heller Aufregung und zeigten dies mit lautem Gebell. Auch hier sollten immer die besonderen Lebensumstände der Tiere berücksichtigt werden und Christoph Bär betonte, dass sich jedes Tier hinter Gittern völlig anders verhält als bei einer ruhigen und entspannten Begegnung.

Zum Abschluss erklärte Renate Knab den Jugendlichen, wie man sich einem fremden Hund nähern sollte, nämlich immer mit einer Hand voraus, damit der Hund an dieser schnüffeln und Kontakt aufnehmen kann. Auch sollte man niemals einem fremden Hund direkt in die Augen schauen und ihn lieber seitlich am Hals als auf dem Kopf streicheln. Einige Mutige zeigten dies dann bei Hündin Cara und belohnten sie mit einem Leckerli.

Als am Ende ein Schüler fragte, wie sich das Tierheim denn finanzieren könne, antwortete Frau Knab, dass es ohne die vielen privaten Spender niemals ginge. Die Gruppe von „Schüler für Tiere“ wird sich in den kommenden Wochen dazu Gedanken machen und überlegen, wie sie dem Tierheim helfen kann.

Herzlichen Dank an Renate Knab und Christoph Bär für die interessante Führung und weiterhin alles Gute wünschen „Schüler für Tiere“ der Martin Buber Schule Heppenheim.

(S. Michel)