Wie der Verzicht auf Nutella und Plastik die Welt retten hilft

Robert Marc Lehmann hält Vortrag „Abenteuer extrem“ an der MBS Heppenheim

Am Donnerstag stand der Unterricht der Heppenheimer Martin-Buber-Schule im Zeichen des Umweltschutzes. Alle Klassen der Haupt- und Realschule besuchten den Vortrag des bekannten Meeresbiologen Robert Marc Lehmann, der durch seine Fotografien und Filmbeiträge bei den großen Fernsehsendern berühmt wurde und u.a. im Jahr 2017 das Tierfoto des Jahres schoss.
Er selbst sieht sich als Meeresbiologe, Forschungstaucher und Abenteurer, doch Robert Marc Lehmann ist viel mehr; er ist ein „Robin Hood der Meere“, Umweltaktivist, Kämpfer für die Schöpfung.
Nach einer Begrüßung durch Schulleiterin Petra Röhrig ging es in der Aula der Schule direkt los mit einem Multivisionsvortrag voll von Information, bitterer Wahrheit und notwendiger Aufklärung.
Zuerst für die Klassen 5-7 und danach für die Klassen 8-10 gab der National Geographic Photographer of the Year 2015 mit seinen packenden Bildern Einblicke in den Lebensraum unter Wasser und vermittelte gleichzeitig, wie der Mensch die dort lebenden Tiere gefährdet.
Lehmann berichtete humorvoll und lässig von Tauchgängen mit Orcas, Robben und mit seinen Lieblingstieren, den zu Unrecht als Bestien verschrienen Haien. Während durch Hunde- und Katzenbisse jährlich 30000 Menschen weltweit sterben, sind es durch Haie nur  6. Zudem fressen diese hochsensiblen Tiere die Kadaver toter Meeresbewohner und gelten deshalb als „Gesundheitspolizei“ der Meere.
Weiter ging es mit verstörenden Bildern von Orang Utan Waisen, deren Mütter Brandrodungen zur Palmölgewinnung zum Opfer gefallen waren. Palmöl findet sich heute in so gut wie jedem zweiten Lebensmittel (zum Beispiel auch in Schokoladenaufstrichen), fördert jedoch die Zerstörung des Regenwaldes, Monokulturen und auch Kinderarbeit. Robert Marc Lehmann appellierte an die Jugendlichen, unbedingt auf Produkte mit Palmöl oder Palmfett zu verzichten und betonte, dass es fast immer leckere Alternativen gebe.

Selbst mit dem Angelsport aufgewachsen und als ehemaliger Leiter von Europas größtem Aquarium, kennt sich Lehmann bestens aus mit Tieren in Gefangenschaft. Heute verurteilt er diese Zurschaustellung von fühlenden Lebewesen in Zoos und Aquarien und hält diese für „völligen Quatsch“ und Tierquälerei.
Immer wieder erinnerte er die erstaunten und teils betroffenen Schüler und Lehrer daran, selbst aktiv zu werden – so auch beim Thema Plastikmüll. Qualvoll verendete Meerestiere, Vogelkolonien, die ihre Nester aus Plastikmüll bauen, an dem ihre Jungen ersticken, zugemüllte Südseeinseln, all das machte die Zuschauer sprachlos. Mit 235kg pro Kopf und Jahr seien wir Deutschen die zweitgrößten Plastikmüllproduzenten der Welt, da seien „nur noch die Amis dümmer.“
Nach einer Fragerunde konnten die Schüler abschließend noch Fotos mit sich und dem prominenten Gast machen und sich Autogramme geben lassen.
Wenn 500 Schüler 120 Minuten still sitzen und lauschen und sowohl bei Jugendlichen als auch Lehrern stellenweise Tränen kullern, dann muss das schon ein ganz besonderer Vortrag gewesen sein.
Lehmanns Schlussworte  werden in jedem Fall in Erinnerung bleiben: „Die Welt ist es wert, um sie zu kämpfen. Wir haben`s versaut – aber wir können`s noch ändern. Gebt niemals auf!“ Mit viel Applaus endete der spannende Schultag. Die Schulleiterin dankte Herrn Lehmann für die eindrucksvollen Vorträge und Lehrerin Silke Michel, die für die Organisation des Vortrages verantwortlich war.

(S. Michel)