Wege, die zum Wohlergehen führen

Copyright Echo Online 03.12.2019 von Astrid Wagner

Reanimation übt Manfred Scheuer mit den Schülern beim Yolo-Day. (Foto: Sascha Lotz)

Bei Yolo-Day des Kreises an der Martin-Buber-Schule dreht sich alles um die Gesundheit– und was sich dafür tun lässt.

HEPPENHEIM – „Yolo – You only live once“ – die Wortkreation ist bei Jugendlichen zwar schon seit einigen Jahren wieder out, sich um die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen zu sorgen, sollte dies aber nicht sein. Und so tut der Kreis Bergstraße seit 2015 alles, damit Kindern und Jugendlichen bewusst wird, was sie selbst für ihre eigene gesunde Zukunft tun können. Die Martin-Buber-Schule (MBS) ist die erste weiterführende Schule der Kreisstadt und die insgesamt 13. Bildungseinrichtung die am sogenannten „Yolo-Day“ des Kreises teilnimmt.
Für die rund 450 Schüler der MBS bedeutet das an diesem Dienstag: Unterricht einmal anders. Sehr praxisnah. Sehr lehrreich. Im wahrsten Sinne des Wortes zum Begreifen. Auch Gesundheitsdezernentin Diana Stolz schaut vorbei, überzeugt sich mit eigenen Augen, wie gut die Kreis-Initiative ankommt bei den Kids. „Wir wollen, dass Schüler mündige Bürger werden und eine eigene Gesundheitskompetenz entwickeln“, sagt die 1. Kreisbeigeordnete.
Im zweiten Stock ist gerade Tajana Riffner, stellvertretende Pflegedienstleiterin der Schön-Klinik Lorsch, dabei, Fünftklässlern zu erklären, wie man richtig reanimiert. Denn früh übt sich, wer im Notfall helfen kann und nicht einfach nur als Gaffer im Weg steht. Die Mädchen und Jungen der 5b haben zunächst einmal gelernt, wie man richtig einen Notruf absetzt, ebenso Wissenswertes über Herz, Lunge und Hirn. Gerade sind sie dabei, die stabile Seitenlage zu üben. Bei Carima und Marie klappt das schon richtig gut.
Mithilfe von kleinen Puppenmodellen wird nun die Herzdruckmassage geübt. „Wie oft in der Minute muss man drücken?“, fragt die Fachkrankenschwester. „Zehnmal?“, mutmaßt eine Schülerin. 100 Mal sind es, da staunen viele. Um im richtigen Takt einen Menschen zu reanimieren, kann Helene Fischer helfen. Denn wer im Takt zu ihrem Hit „Atemlos“ die Herzdruckmassage ausübt, liegt genau richtig und kann Leben retten.
Während die Kinder eifrig die Puppen wiederbeleben, geht es weiter in den nächsten Raum: Hier geht es um das Thema Impfen. Amelie Paasche und Nike Simon sind Medizinstudentinnen an der Uni Heidelberg, David Eckey ist molekularer Biotechnologe. Die drei sind Teil eines Arbeitskreises der Medizinfachschaft und sind engagiert bei der deutschlandweiten Initiative „Impf Dich“.
Sie fragen nach, ob die Schüler Bescheid wissen, wogegen sie geimpft sind, klären auf über Impfungen – ob Zeckenschutz oder Grippe, Tetanus oder die in letzter Zeit viel diskutierte Schutzimpfung gegen Masern. Sie gehen dabei auf Kritik ein, erklären, welche Funktion Aluminium im Impfstoff hat und appellieren, doch mal beim nächsten Hausarztbesuch abklären zu lassen, ob alle Impfungen auf dem neusten Stand sind. Mangelnder Impfschutz sei nämlich oft nur Folge der Vergesslichkeit.
Noch viele weitere Workshops warten auf die Schüler: Es geht um Zahngesundheit, den Umgang mit Haustieren, um den richtigen Umgang mit Social Media und Schutz vor Mobbing. Burkhard Vetter klärt auf zum Thema Alkohol- und Rauch-Prävention. Anne Zeiß verrät, in welchen Produkten sich Mikroplastik befindet und was es bewirken kann.
Beate Weis bereitet mit den Schülern gesunde Durstlöscher zu, Bettina Noll von der Polizei weiß alles über die Gefahren von Drogen, der Sportpark Heppenheim gibt Tipps zur Selbstverteidigung. Organspende – erklärt durch ein Team vom Uniklinikum Heidelberg – ist ebenso ein Thema wie seelische Gesundheit, Blutspende (DRK), Stressbewältigung (Carola Spikermann) sowie Vorurteile und Rassismus (Demokratiezentrum). „Voll cool und informativ der Tag“, findet ein Neuntklässler schon nach ein paar Stunden des Unterrichts.
 
 
Fotos der Martin-Buber-Schule