Wandern mit der Klasse – Geht´s noch?

Um es vorweg zu nehmen; die Antwort auf die Frage kann mit ja beantwortet werden. Ja, es geht bzw. er, sie laufen noch. Beim „Wandertag“ der Klasse 9H mit Klassenlehrer Robert Vuletić, konnte man erfahren, dass Jugendliche durchaus gut zu Fuß sind und auch für Bewegung zu begeistern sind. Wichtig sind erreichbare, motivierende Ziele und in Aussicht gestellte Belohnungen, wenn man sich angestrengt und etwas erreicht hat.

Auf dem Programm stand eine Wanderung vom Schulort über die Freilichtbühne, weiter auf einem sehr schönen Waldpfad nach Kirschhausen. Während der Wanderung gab es einen regen Austausch zwischen Schülern und Lehrer, für den man wahrscheinlich während des Schulbetriebs kaum Gelegenheit hat. Man unterhielt sich über berufliche sowie private Zukunftsperspektiven, die zum Teil sehr interessant und reif formuliert waren. „Ich will nach meinen Hauptschulabschluss wieder in mein Heimatland gehen“, berichtete eine Schülerin. „Dort will ich meine deutschen Sprachkenntnisse beruflich nutzen und mir eine Existenz aufbauen“, skizzierte sie sehr klar und überzeugend. „Ich will in der der Nähe meiner Familie sein, denn dort fühle ich mich wohl und bin glücklich!“, sagte sie mit strahlendem Gesicht.

 

Ab Kirschhausen stand den Schülerinnen und Schüler nun eine ordentliche Steigung bevor, denn man wollte über die Jägerrast auf dem Höhenweg zur Starkenburg marschieren. Aber bevor es in die Höhe auf dem vorgezeichneten Weg voran ging, wurde die Gruppe vor das Problem gesperrter Wege gestellt. Problemlösestrategien waren nun gefragt. Wie geht’s weiter? Zum Glück verfügte der Leiter der Gruppe über digitales Kartenmaterial. An Hand dieser modernen Orientierungshilfe erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler einen alternativen Wanderweg, der ebenso zum Ziel führen sollte. Man setzte sich Wegepunkte und verglich die identifizierten Punkte mit der topografischen Wirklichkeit. Ein „Kundschafter“ wurde einige Meter auf dem Weg vorausgeschickt, um die auf der Karte bestimmten Merkmale auch zu finden und dann die Gruppe nach zu ziehen. Sich zu orientieren ist eine Herausforderung und macht Spaß, wenn man dann auch richtig liegt. „Da ist das in der Karte beschriebene rot-weiß-rote Markierungszeichen“, rief ein Kundschafter der nachfolgenden Gruppe zu. Erleichtert folgte man nun wieder dem geplanten Wanderweg in Richtung Starkenburg. Vorbei ging es an einem Wegkreuz, an dem die Schülerinnen und Schüler nachdenklich und wissbegierig stehen blieben. Was hier wohl passiert war? Es begannen die unterschiedlichsten Spekulationen und Überlegungen. Vermutlich ist an dieser Stelle eine Person gestorben, denn auf dem Kreuz befanden sich die Geburts- und Sterbedaten dieser Person. Bisher hatten die Jugendlichen noch nie ein solches Wegkreuz wahrgenommen und so gab diese Begegnung eine gute Gelegenheit über diesen Brauch zu sprechen, der in der christlichen Kultur zu Grund gelegt ist.


Nach ca. 2,5 Stunden erreichte die Klasse die Starkenburg. Einen herrlichen Ausblick eröffnete sich den Jugendlichen auf „ihre“ Stadt und darüber hinaus auch auf das weite Umland. Jetzt war aber erst einmal das verdiente, mitgebrachte Vesper dran. Im Innenhof der Burg, baute man auf einer Tischgruppe ein buntes Buffet auf, an dem sich die 9.Klässler genüsslich bedienten. Es ist einfach herrlich im Freien zu essen und dabei das schöne Wetter des Tages zu genießen. Alle Anstrengungen waren vergessen.

Abschließend begab man sich zum Aussichtspunkt der Burg und obwohl sicherlich die Meisten schon einmal auf der Burg waren, konnte Herr Vuletić beim Betrachten der Stadt den einen oder anderen interessanten Hinweis im Altstadtbild geben. Bevor es dann im Zickzack-Pfad von der Burg in die Altstadt zurückging, musste noch das obligatorische Klassenfoto geschossen werden. Damit ging ein schöner Schultag zu Ende, der den Klassenzusammenhalt förderte und den einen oder anderen Lerninhalt beim „aufmerksamen Gehen“ mitlieferte. (ml)