Techniktage 2019 – Ganz nah dran!

We cannot display this galleryUnternehmen, Firmen und Kleinbetriebe suchen händeringend Fachkräfte, denn es ist mittlerweile ein offenes Geheimnis, dass diese in großer Zahl in Deutschland fehlen. Viele Schulabsolventen sehen oft ihre berufliche Zukunft in akademischen Berufen, die aber eine langjährige und kostenintensive Hochschulausbildung voraussetzen.
Dabei wird leider immer wieder  vergessen, dass es im Handwerk eine Vielzahl von sehr attraktiven Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt, die ebenfalls zukunfts- und einkommenssichere Existenzgrundlagen bieten.
Einen neuen Weg, um diese Alternativen hautnah zu erleben, gehen die drei regional ansässigen Unternehmen Sanner GmbH – Verpackungstechnik in Bensheim, DAW (Deutsche Amphibolin-Werke)- Farbenhersteller in Ober-Ramstadt und Pirelli, Reifenhersteller in Höchst/Odenwald. Sie luden interessierte Schülerinnen und Schüler des Kreises Bergstrasse zu einem Techniktag in ihre Firmen ein und präsentierten dort ihre Geschäftsfelder sowie deren Ausbildungsmöglichkeiten.
Mit einem ausgiebigen Frühstück begannen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den sehr informativen Tag bei Sanner. Dort erfuhr man, welche Aufgaben ein Verfahrenstechniker zu erledigen hat und wie die Herstellung von Verpackungsmaterial funktioniert. Sehr beeindruckend war dabei zu sehen, wie die Mitarbeiter mit CAM (Computer gestütztem Manufacturing) Werkzeuge planen und letztendlich über robotergestützte Fräser herstellen. Dabei arbeitet man in Bereichen, die mit einer Genauigkeit von 0,001 mm das menschliche Augenmaß um ein vielfaches übersteigt!  Im Gespräch mit diesen Fachkräften wurde deutlich, dass man sich in diese sehr anspruchs- und verantwortungsvollen Aufgaben schrittweise eingearbeitet und hochgearbeitet hat. Vom Realsschulabschluss über eine grundsolide Werkzeugmacherausbildung, weiter zum Techniker und Meister. Begleitet wurde dieser berufliche Aufstieg jeweils mit Fortbildungen und Weiterbildungen in neue Verfahrens- und Prozessabläufen. Dabei spielten die Digitalisierung und das Wissen um deren betriebswirtschaftlichen Nutzen Vorteile im internationalen Wettbewerb. „Wir sichern unsere Arbeitsplätze, in dem wir uns ständig neuen Erfordernissen anpassen und stellen“, berichtete ein Mitarbeiter zufrieden.
Als zweite Anlaufstation war die Firma DAW (Deutsche Amphibolin Werke) in Ober -Ramstadt, die die Techniktagbesucher besichtigen konnten. Ein weltweit agierender Farbenhersteller, dessen Produkte in jedem guten Farbenkontor und Baumarkt zu finden sind. Hier gibt es eine Vielzahl von interessanten Ausbildungsmöglichkeiten, die gerade für Haupt- und Realschulabsolventen interessant sein könnten. Vom Lager-Logistikfacharbeiter/in über den Verfahrenstechniker/in bis hin zur Fachkraft für Büromanagement, dem Industriekaufmann/frau, den Mechatroniker/in und natürlich den Chemikant/in und Lacklaborant/in.
Im dritten Unternehmen, nämlich dem Reifenproduzenten Pirelli, konnten die Schülerinnen und Schüler neben der Lehrwerkstatt und Produktion auch einen hochmodernen Simulator besichtigen. Mit letzterem durften sich die Schülerinnen und Schüler an die Herstellung eines Reifenrohlings heranwagen, ohne Angst zu haben einen „Produktionsschaden“ anzurichten. Mit diesem Simulator werden die neuen Mitarbeiter mit dem Verfahrensprozess vertraut gemacht. Sie lernen virtuell die Maschinen zu bedienen. Der große Vorteil bei diesem Verfahren ist klar. Lernen ohne teuren Materialverlust, der eventuell durch eine Fehlbedienung passieren könnte. Zum Schluss durften die Teilnehmer an den Werkbänken der Lehrwerkstatt selbst Hand anlegen. Nach vorgegebenen Plänen stellten sich die Schüler Schlüsselanhänger her, die man selbstverständlich als Andenken mit nach Hause nehmen durfte.
Den Abschluss des sehr beeindruckenden Tages bildetet ein gemeinsames Essen auf der Burg Frankenstein. Hier ließ man den Tag noch einmal Revue passieren, tauschte sich mit Mitschülern anderer Schulen aus und suchte auch das Gespräch mit den Ausbildungsverantwortlichen der besuchten Unternehmen, die bei diesem gemeinschaftlichen Event ebenfalls anwesend waren.  Ein besonderes Highlight war dann schließlich die Übergabe der begehrten Teilnahmezertifikate. Diese sind bei Bewerbungen bei den besuchten Unternehmen so etwas wie „das Überspringen der ersten Bewerbungshürde“.
Die begleitenden Lehrkräfte bedankten sich bei den Vertretern der Unternehmen für ihr Engagement und den reibungslosen Ablauf des Techniktages, sowie bei dem Busunternehmen Brückmann, welches die Transfers zu den Unternehmen vornahmen. (ml)