Praktische Projektprüfung 2019 – Herausforderungen annehmen

We cannot display this galleryEine alte Weisheit besagt, dass nur diejenigen persönliche Weiterentwicklungen erfahren, die sich den Aufgaben stellen und die damit verbundenen Herausforderungen annehmen. Diese Tatsache bestätigte sich  auch bei der diesjährigen praktischen Projektprüfung. Schülerinnen und Schüler der Klasse 9H hatten sich im Vorfeld über ansprechende und anschaulich zu präsentierende Projekte Gedanken gemacht und der Schulleitung zur Genehmigung vorgelegt. In der Vorbereitungsphase hatten die Neuntklässler nun die Aufgabe, ihre benötigten Materialien zu besorgen und diese zu einem überprüfbaren Ergebnis zusammen zu führen. Ein wichtiger Teil bei dieser Arbeit war die Reflexion über die Prozessfortschritte. Welche Schwierigkeiten haben sich ergeben, an welche Details hatte man gedacht oder nicht gedacht und musste gegeben falls nachjustieren, hat sich die Arbeitsteilung im Team so ergeben, wie geplant etc.?  Alle Erfahrungen wurden auf vorbereiteten Formularen festgehalten und als Teil der zu erbringenden Prüfungsleistung gewertet.

Für die Klassenlehrerin und Klassenlehrer, Anke Ludewig und Robert Vuletic, waren die sehr arbeitsintensiven Vorbereitungstage eine Freude zu sehen, wie sich die Schülerinnen und Schüler ins Zeug legten und zum Teil über sich hinauswuchsen. Schließlich entstanden Dinge, die man zunächst nicht für möglich gehalten hatte. „Wir werden mit einem selbst gebauten fahrbaren Untersatz zur Prüfung vorfahren“, versicherte Kevin Arnold der verdutzten Fachlehrerin Ludewig, als diese das Projektthema schwarz auf weiß vor sich liegen hatte. Gesagt getan, am Tag der Prüfung ratterte ein umgebautes Kettcar auf dem Schulgelände und begeisterte damit das gesamte Prüfungsteam. Ein weiteres Team widmete sich einem chemischen Thema, nämlich der Wirkung von Mehlstaub bei Entzündung. Auch hier staunten die Fachprüfer nicht schlecht, als dieses Phänomen in einer Modellanlage experimentell nachvollziehbar war. Das Team hatte ein kleines Plexiglashaus gebaut und die entsprechenden Zuleitungen konstruiert, durch die das Mehl in Form von feinem Staub in die Kammer geblasen wurde und dort von einer brennenden Kerze entzündet wurde. Die sich daraus ergebende Kettenreaktion war in Form einer kontrollierten Explosion zu bestaunen.

In vielerlei Hinsicht sind diese Projektprüfungen sinnvoll und lehrreich. Zum einen erfahren die Schülerinnen und Schüler, was wirklich in ihnen steckt, und dass sich Anstrengungen lohnen. Zum anderen dürfen Lehrer ihre „Kinder“ einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen, nämlich in Situationen, in denen sie handwerklich, initiativ, kreativ und zielorientiert arbeiten.  Mit Sicherheit werden die meisten Prüflinge diesen „Event“ als außerordentlich gewinnbringend verbuchen und mit Stolz auf ihre Projekte schauen. Für die Lehrkräfte waren diese Tage allemal ein Gewinn, durfte man doch erfahren, dass die meisten Absolventen einiges an handwerklichem und schulischem Potential für die Lebens- und Berufswelt in sich tragen. Ein Dank auch an die Kolleginnen und Kollegen, die während der Vorbereitungsphase die Projektgruppen mit Tat und Rat begleiteten und somit zu einer  erfolgreichen Projektprüfung an der Martin Buber Schule beitrugen. (ml)