Präventionsarbeit an der MBS: Wir helfen uns, keiner darf allein zurückbleiben

Schülerinnen und Schüler sind täglich konfrontiert mit Abenteuern. Assoziationen liefern die Medien, Werbung, Zigaretten, besondere alkoholische Getränke, Zigarettenmarken oder die Schulkameraden, welche jemanden überzeugen wollen dieses ‚Abenteuer‘ zu erleben. Dieses setzt besonders bei jungen Menschen ein hohes Maß an Erwartungen, Fragen und auch Problemprozessen in Gang.

Um bei der Bewältigung dieser Problemprozesse eine Alternative zu bieten, haben sich die Pädagogen der Martin-Buber-Schule zusammen mit Kubus e.V. seit vielen Jahren ein Suchtpräventionsprogramm erarbeitet. In diesem interdisziplinarem Konzept sollen Schülerinnen und Schüler positiv bestärkt werden, das eigene Ich zu fokussieren, im richtigen Moment Nein sagen zu können und diesen Standpunkt zu vertreten. Die Förderung der Selbstsicherheit und des Selbstbewusstsein haben hier die oberste Priorität.

So erhalten die Schülerinnen und Schüler seitens der Naturwissenschaften einen Einblick über die Suchtmittel und ihre Folgen. Weiter erarbeiten sie sich gesellschaftliche Folgen und erörtern dies in Bezug auf das Individuum und die umgebende Umwelt. Um diesem Prozess der Förderung der sozialen Kompetenz gerecht zu werden, bedarf es nicht nur der theoretischen Durchdringung und Sensibilisierung, sondern auch eines Zugangs mit praktischer Durchführung und Selbsterfahrung.

In diesem Zusammenhang werden den Schülerinnen und Schüler aller siebten Klassen der Martin-Buber-Schule Lernprozesse mit kooperativen Abenteueraufgaben eröffnet. Im Fokus hier steht die Auseinandersetzung mit der eigenen Person in ständiger Wechselwirkung zu den Mitschülern und den an sie gestellten Wagnisssituationen. Am vergangenen Montag fanden, geleitet durch die Sportfachschaft der MBS, dazu Übungen in der Sporthalle statt, wo es galt Hindernisse in verschiedenen Aufgabenstellungen zu bewältigen. So gab es eine Vertrauensübung, bei der Schüler mit verbundenen Augen von Mitschülern durch die Halle und einen Parcours geführt wurden. An anderen Stationen galt es als Gruppe ein Hindernis zu überwinden. Leitaufgabe war hier: Keiner darf zurückbleiben.

Einige Teilnehmer mussten dabei Ängste überwinden, andere konnten ihnen dabei helfen und erfuhren so eine Wertschätzung. Allgemein waren die Schüler oft überrascht, was man alles als Gruppe leisten kann, wenn man zusammen arbeitet.

Das Überwinden des Berges, das bei der ersten Anschauung vorher oft mit „das geht nicht“ und „das kann ich nicht“ bewertet wurde, war am Ende kein Problem mehr und viele Schülerinnen und Schüler kamen über das Hindernis , die das nicht für möglich gehalten hätten.

Ein Schüler schlussfolgerte richtig: „Es ist gut, wenn helfende Hände da sind und ich weiß, dass ich auch zupacken kann und mir dann die Aufgabenbewältigung leichter fällt.“

Die Lehrkräfte resümierten für den Tag, dass sich das Erlebnis des gemeinsamen Handelns der Schüler untereinander als sehr lohnenswert herausgestellt hat. Die Beiträge der Schüler in den Reflexionen haben deutlich zu verstehen gegeben, dass Kooperation, Teamwork und Empathie Kernaufgaben zur Suchtprävention darstellen und dass dieses Thema als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe anzusehen ist, in welcher die Schule als ein zentraler Ort durch einen hohen Grad positiver Einflussnahme auf die jungen Menschen viel bewirken kann.

Die Schülerinnen und Schüler werden an die gemachten Erfahrungen bei einem mehrtägigen Ausflug nach Lindenfels in kleineren Seminareinheiten weiterarbeiten, um die Jugendlichen stark gegen negative Einflüsse zu machen.

von: Robert Vuletić

Die Schulleitung dankt Frau Menzel, Herrn Keller und Herrn Vuletić für ihren Einsatz
für die Schülerinnen und Schüler.