Präsentationsprüfungen in Sicht

Prüfungen sind in jedem Alter und in jeder Lebenslage eine Herausforderung. Über eine gute Vorbereitung geht daher nichts, will man im entscheidenden Moment seine Trümpfe nicht aus der Hand geben.

Die Hauptschulabschlussklassen 9a und 9bH ergriffen die Gelegenheit und übten in einem kleinen, überschaubaren Projekt die bevorstehende Prüfungssituation. Die Aufgabenstellung die zu bewältigen war, wurde von den Klassenlehrern Frau Ludewig und Herr Vuletic vorgegeben.  „Mit den euch zur Verfügung gestellten Materialien, wie z.B. Draht, Lüsterklemmen, Lampenfassungen und Lämpchen, sowie Grundbrettchen sollt ihr in vier Schulstunden das Geschicklichkeitsspiel – der heiße Draht – bauen“, so die Ansage der Lehrkräfte.  Alle relevanten Prüfungsteile sollten nun durchgespielt werden. Von der Zusammenstellung der Dreierteams über die Aufgabenverteilung hin zu Planung des Prozesses und die eigentliche Erstellung des „Produktes“ bis zur Vorstellung des Spiels und Prozesserläuterungen wurde alles durchgespielt und nachempfunden.

Wichtige Erkenntnisse wurden sowohl bei den begleitenden Lehrkräften als auch bei den Schülerinnen und Schüler gewonnen. Die Verwendung und der Einsatz von eher gebräuchlichen und alltäglichen Werkgegenständen sind bei vielen Schülern nicht mehr als bekannt vorauszusetzen. Ein Schüler hatte z.B. noch nie eine Lüsterklemme in der Hand, geschweige denn einen passenden Schraubenzieher mit dem man die Kabelenden in der Klemme befestigen konnte. Aber auch der Umgang mit Schrauben, Nägeln, Hammer und Säge bereitete einiges Kopfzerbrechen bei den Eleven.  Schließlich ging es um den physikalischen Sachverstand, nämlich, als man einen funktionierenden Schaltkreis aufbauen sollte. Wie sind die Leitungen zu verlegen und anzuschließen, dass bei einem Kontakt die Leuchte brennt? Etwas relativ einfaches, wenn man ein entsprechendes Grundverständnis mitbringt. Durch sehr anschauliche und geduldige Erläuterungen und Erklärungen der Fachlehrer wurden schließlich alle Probleme gelöst. Durch die selbst gebaute Anlage wurden physikalische Grundkenntnisse „begreifbar“, denn schließlich funktionierte das Geschicklichkeitsspiel, so wie es im Plan theoretisch aufgezeichnet war. Eines wurde bei diesem Versuch deutlich: Praktisches Handwerken und Arbeit kann nicht früh genug in der Schule gefördert und geübt werden. Hier sollte Schule das leisten, was früher der Großvater mit seinen Enkeln in der Werkstatt mit großer Selbstverständlichkeit praktizierte und damit vielmals die Grundlagen für spätere Berufsentscheidungen in einem Handwerksbereich legten. Und ein Sprichwort gilt auch heute noch und in Zukunft wahrscheinlich noch mehr: „Handwerk hat einen goldenen Boden“.  (ml)