Polizei ist bei der Prävention dabei

Copyright Darmstädter Echo vom 24.08.2018 von Astrid Wagner

Oberkommissarin Bettina Noll ist regelmäßiger Gast an der Heppenheimer Martin-Buber-Schule und hält dort Sprechstunden.

Polizeioberkommissarin Bettina Noll (links) im Gespräch mit Siebtklässlern der Martin-Buber-Schule. Foto: Dagmar Jährling

HEPPENHEIM – Die Heppenheimer Martin-Buber-Schule (MBS) erscheint in neuem Glanz. Die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen sind so gut wie abgeschlossen. Doch nicht nur äußerlich befindet sich die Haupt- und Realschule im Wandel. Auch sonst tut sich bereits seit Jahren richtig viel. Gerade in Sachen Prävention ist man sehr engagiert.
Bei einer Gesprächsrunde am Mittwochmorgen mit dem Schulleitungsteam, das aus Leiterin Petra Röhrig sowie den Konrektoren Beate Späth und Jonas Meier sowie dem stellvertretenden Schulleiter Tobias Diehl besteht, ist auch Polizeioberkommissarin Bettina Noll dabei. „Aha“, mögen einige denken, „die Buberschule halt…“. Und genau über eine solche „falsche Wahrnehmung“ ärgert man sich im Kollegium, wie Schulleiterin Petra Röhrig unterstreicht. Immer wieder würden in der Stadt Gerüchte gestreut, die Polizei sei „ständig“ an der Schule und das habe seinen Grund.
FESTAKT UND FÜHRUNGEN

Am Freitag, 31. August, wird die sanierte und modernisierte Martin-Buber-Schule von Landrat Christian Engelhardt bei einem Festakt offiziell eröffnet. Wer sich für eine öffentliche Führung durch das Gebäude interssiert, kann sich unter der Rufnummer der Schule, 06252-61 01, anmelden. Die Führungen sind ab 14 Uhr nachmittags geplant. Info-Abende für Eltern der aktuellen Viertklässler sind am 4. Dezember und am 24. Januar jeweils um 19.30 Uhr geplant. Zum Tag der offenen Tür wird für Samstag, 2. Februar 2019, eingeladen. (rid)


Was stimmt ist, dass Noll regelmäßig in der Schule vorbeischaut. Das ist als Schulbeauftragte der Polizei auch ihr Job. Doch die engagierte Beamtin ist an allen anderen ihr zugeteilten Schulen genau so oft zu sehen. Ihr Erscheinen hat nichts mit Missständen zu tun oder Auffälligkeiten in der Schülerschaft, das betont sie selbst immer wieder. Am Starkenburg-Gymnasium ist sie ebenfalls regelmäßig zu Gast – wie übrigens auch in Kindergärten, wo auch keiner nur wegen ihrer Anwesenheit unterstellt, die Dreijährigen dort seien kriminell. 
Was also macht Noll an der MBS? In der Regel steht sie einmal monatlich für eine Sprechstunde zur Verfügung. Jeder kann zu ihr kommen. Schüler, Eltern und Lehrer. Sie informiert, unterstützt, schlichtet bei Bedarf und gibt Tipps. Sie selbst zählt sich zum Präventionsteam der Schule. Beruflich kümmert sie sich – repressiv und präventiv – um alles, was an den Schulen so anfällt. Mal wird etwas geklaut, mal gemobbt, mal verunziert ein Graffito eine Wand. Siebtklässler Marvin empfindet Nolls Besuche als positiv: „Man fühlt sich sicherer. Und die Lehrer haben Hilfe, wenn Schüler sich doof verhalten.“ Karim ergänzt: „Sie gibt Tipps, wenn man gemobbt wird.“ Hier bestätigt Lehrerin Angelika Mußbach, dass Mobbing oft schon im Ansatz unterbunden werden kann. Schulleiterin Petra Röhrig freut sich über den regelmäßigen Besuch. „Die Hemmschwelle von Kindern und Eltern, sich hilfesuchend an die Polizei zu wenden, ist niedriger, seit Frau Noll da ist.“ Auch Noll begrüßt die Bürgernähe und freut sich über einen guten Kontakt zu den Jugendlichen. Prävention ist ein wichtiger Bereich in der Martin-Buber-Schule: Seit diesem Schuljahr neu ausgebildet werden die „Digitalen Helden“ in der Jahrgangsstufe 9, die bald jüngere Schüler über den sicheren Umgang mit dem Internet und die Gefahren der digitalen Welt informieren werden.
Allein schon durch die Schulordnung wird bei Verstößen sofort hart durchgegriffen, bei tätlichen Auseinandersetzungen beispielsweise werden die Betroffenen sofort nach Hause geschickt – eine Maßnahme, die wirkt. Es gibt kaum noch solche Vorfälle. „Die Heranwachsenden sollen lernen, sich verbal auseinanderzusetzen“, so Röhrig. In den 8. Klassen gibt es ausgebildete Streitschlichter, man nutzt das Beratungsangebot der Caritas mit seinen festen Sprechstunden. Vier FsJler unterstützen das Kollegium bei der Arbeit mit den 5. und 6. Klassen.
In der 7. Klasse steht Drogenprävention auf dem Stundenplan. Eine halbe Stelle für einen Sozialpädagogen ist ausgeschrieben und soll nach Abschluss des derzeit laufenden Bewerbungsverfahrens baldmöglichst besetzt werden.