MBS-Schüler und NABU Heppenheim pflanzen einen Baum für den Hambacher Wald

Die Ereignisse am und im Hambacher Wald in Nordrhein-Westfalen sowie der geplante Braunkohleausstieg bewegen derzeit viele Menschen und die Medien sind voller Berichte davon.

Im Rahmen des Bildungsauftrages haben sich auch die Klassen 7aR und 9bR im Unterricht mit diesem Thema beschäftigt und die verschiedenen Positionen beleuchtet: die Situation der RWE-Mitarbeiter, das Verhalten des Innenministeriums NRWs, die schwierige Rolle der vielen Polizistinnen und Polizisten und der Widerstand durch große Teile der Bevölkerung bis hin zum vorläufigen Rodungsstopp.

Während des Unterrichts wurden aktuelle Zeitungsartikel gelesen und TV-Reportagen geschaut, u.a. eine Dokumentation über die jahrzehntelangen Umsiedelungen durch RWE. Dort, wo früher Menschen lebten, befinden sich heute regelrechte Geisterdörfer bzw. das immer größer werdende Loch der Baggergrube, oft 400m tief.

Es wurde teils kontrovers diskutiert und viele Fragen kamen auf: Welche Bedeutung und Funktion hat der Wald für uns? Was passiert mit den Menschen, die ihre Heimat verlieren? Wieso werden weiter Natur und Lebensraum zerstört, obwohl der Braunkohleausstieg längst beschlossen ist? Wie wurde und wird am Hambacher Wald Widerstand geleistet? 

Das Thema hat die Jugendlichen sehr bewegt und viele haben sogar auf eigene Faust zu den aktuellen Entwicklungen recherchiert, was die verantwortlichen Lehrer Silke Michel und Timo Kolb sehr beeindruckt hat – so entsteht lebendiger Austausch in einer Demokratie.

Nachdem die Klassen eine kleine Hainbuche direkt aus dem Hambacher Wald bekommen hatten, wurde diese am Freitag, den 9.11. auf dem Grundstück des NABU Ortsverbands Heppenheim unterhalb der Starkenburg bei einer kleinen Zeremonie gepflanzt, als Symbol für die Hoffnung, für den Frieden und für das Leben. Doris Chalwatzis, 2. Vorsitzende des Vereins, unterstützte die Klassen dabei  tatkräftig und gab den Jugendlichen nützliche Informationen zur wichtigen Arbeit des Vereins.

Im Anschluss lauschte die Schülergruppe gespannt, als Clement aus der 7aR Konstantin Weckers Gedicht „Der Baum singt“ vorlas. Die Zeilen des Gedichts machten vielenachdenklich und so gaben die beiden Lehrer den Jugendlichen noch einige Wünsche mit auf den Weg: Verfolgt aufmerksam, was um euch herum geschieht, informiert euch und habt den Mut, euch stark zu machen für Dinge, die euch wichtig sind. Und das Wichtigste, gebt niemals die Hoffnung darauf auf, dass eine bessere Welt möglich ist.

Herzlichen Dank an den NABU Heppenheim und Doris Chalwatzis für die Unterstützung.