Künftige Fünftklässler lernen in der Martin-Buber-Schule Lehrer und Unterrichtsfächer kennen

Beim Tag der offenen Tür an der Heppenheimer Martin-Buber-Schule zeigt Chemielehrer Robert Vuletic dem 9 Jahre alten Jona, wie Zucker karamellisiert. Foto: Sascha Lotz

Von Astrid Wagner

HEPPENHEIM – Chemie ist, wenn es stinkt und kracht. Dass an diesem Spruch durchaus etwas dran ist, präsentierten die beiden Chemielehrer Robert Vuletic und Matthias Menzner eindrucksvoll beim Tag der offenen Tür in der Heppenheimer Martin-Buber-Schule. Die künftigen Fünftklässler hatten Gelegenheit, die Haupt- und Realschule einmal unter die Lupe zu nehmen. Und da es natürlich für die Kinder recht langweilig wäre, sich nur die Räume anzusehen, hatten sich die Pädagogen mächtig ins Zeug gelegt, um die Schule von ihrer besten Seite zu zeigen.

Wer seinem Geruchssinn folgte, der konnte den Chemiesaal im Untergeschoss nicht verfehlen. Dort durften die Kinder unter Anleitung Zucker in Reagenzgläsern über dem Bunsenbrenner erhitzen. „Es wird immer mehr“, stellte Jona fest, als der Zucker langsam flüssig wurde. Immer dunkler wurde die Substanz, schließlich ganz schwarz. Der Appetit auf Zuckersüßes ließ da erst einmal für ein paar Minuten nach.

Eindrucksvoll – wenn auch anspruchsvoll für die Atemwege – war ein Lehrerexperiment mit dem Alkalimetall Lithium, wie es auch im Handy-Akku vorkommt. Auf Wasser entwickelte sich ein faszinierendes Farbenspiel, das via Smartboard übertragen wurde. Und dann wurde erst einmal fleißig gelüftet.

Ulrich Domes hatte im Biologiesaal allerlei Interessantes aufgebaut. Da konnte man frischen Waldboden, Moos und Wasser aus dem Marktbrunnen mikroskopieren und mit viel Glück ein winziges Lebewesen entdecken. Tobi konnte es kaum erwarten, durch das Okular zu gucken. Celina hörte genau zu, wie man das Mikroskop richtig einstellt. Gar nicht so einfach fiel es den meisten, Nadelbaum-Zweige dem richtigen Namen zuzuordnen. Beeindruckend waren auch die Skelette und Modelle.

 

Martina Steiner und Leonie Menzel nähten ein paar Räume weiter hübsche Schlüsselanhänger mit den jungen Besuchern. Ihnen zur Seite standen ältere Schüler wie Mia aus der 7. Klasse, die Nina zeigte, wie man die Nähmaschine richtig bedient. In der Geschichtswerkstatt hatten Laura Rusch und Karen Pfleger sich allerlei Spannendes ausgedacht. Man durfte mit der Gänsefeder schreiben oder Quellenarbeit betreiben.

Wie kann man aus einer Tüte Müll auf die Eigenschaften der Konsumenten schließen? Oder wie aus dem Inhalt eines Holzkistchens auf das Leben und den Charakter der Besitzerin? Wer die grauen Zellen ein bisschen anstrengte, der bekam so einiges heraus – genau so arbeiten auch Archäologen und Geschichtsforscher.

Lehrerin Katja Schubach stellte die interaktive Tafel vor. An dieser löste der siebenjährige Tobias, für den ein Wechsel noch gar nicht ansteht, eben mal ganz locker, wieviel 90 minus 18 ist. Bei Französisch-Lehrerin Doro Jäckel stellten die Kinder fest, dass diese sich ganz viele Wörter der Fremdsprache schon erschließen können. Denn Elefant und Ratte heißen im Nachbarland ganz ähnlich. Viel Spaß hatten alle in der Turnhalle beim Kistenklettern mit Jürgen Pieper.

Neu im kommenden Schuljahr ist es, dass es künftig keine Kombiklassen von Haupt- und Realschülern mehr geben wird. Beide Schulzweige werden von Anfang an getrennt. Im Hauptschulbereich sollen sich in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathe je zwei Lehrer um die Schüler kümmern, um diese bestmöglichst zu fördern. Der Kreis Bergstraße hat zudem einen Sozialpädagogen in Aussicht gestellt. Jede Woche gibt es darüber hinaus einen festen spannenden Projekttag.