Dez 16

Hilfe bei der Jobsuche

Tipps für den Traumjob: Die Schülerinnen und Schüler der Martin-Buber-Schule bei Heppenheims Maltesern. Foto: Sascha Lotz

Von Astrid Wagner

BUBER-SCHULE Zum Abschluss der Berufsfindungsaktion „Bufi“ geht es zu den Maltesern

HEPPENHEIM – Wie geht es weiter nach dem Schulabschluss? Es gibt Jugendliche, die wissen genau, wie es weitergehen soll, andere brauchen noch ein Weilchen bis zur Entscheidungsfindung. Eines jedoch ist sicher: Wer sich für einen Ausbildungsberuf entscheidet, der sollte nicht nur gute Noten haben, sondern auch das notwendige Knowhow für Bewerbung, Einstellungstests und Co. Die Heppenheimer Martin-Buber-Schule arbeitet seit nunmehr zehn Jahren mit der Gemeinde St. Peter und der Kolpingsfamilie zusammen, die seinerzeit die die Berufsfindungsaktion „Bufi“ ins Leben gerufen haben.

Die passende Kleidung fürs Vorstellungsgespräch

Immer nach den Herbstferien bis in den Dezember hinein können Schüler der 9. Klasse an den acht Einheiten immer mittwochabends von 19 bis 21 Uhr teilnehmen. Es handelt sich, so Lehrerin Beate Späth und Diakon Peter Jakob, um ein freiwilliges Wahlangebot. Bis heute haben insgesamt 150 Schüler daran teilgenommen und die Chance ergriffen, sich fit zu machen für die Bewerbungszeit. Die Teilnehmer sind vor Beginn des Seminars aufgerufen, allerlei über sich preiszugeben – wie sind die Noten, was ist der Wunschberuf, haben sie Bewerbungserfahrung? All das wird abgefragt. Zusätzlich müssen die Heranwachsenden Lebenslauf und Bewerbung verfassen. Das hat den Vorteil, dass die Organisatoren schon im Vorhinein schauen können, wo etwas im Argen liegt, wo der Schwerpunkt der Interessen liegt.

Es gibt Kooperationen mit dem Rewe-Markt und dem Bruchsee Hotel, mit der Agentur für Arbeit, der Handwerkskammer, mit einer Knigge-Lehrerin und dem Malteser Hilfsdienst. Die Referenten erklären den Schülern, worauf sie als Chefs bei der Bewerberauswahl achten.

Es gibt Tipps für die passende Kleidung und das perfekte Auftreten, Einstellungstests werden geübt, die Handwerkskammer informiert über die Rechte und Pflichten der Auszubildenden. Zu jeder Stunde gibt es umfangreiches Informationsmaterial zum Abheften und Nachschlagen.

Nach einem Jahr, so erklärt Jakob, werden die Teilnehmer noch einmal angeschrieben. Dann wird abgefragt, wie es ihnen ergangen ist. Wer geht weiter zur Schule? Wer hatte einen Ausbildungsplatz gefunden? Was kann bei „Bufi“ verbessert werden. Eine freiwillige Qualitätskontrolle der Initiatoren sozusagen. Und auch direkt nach dem Ende einer Einheit haben die Jugendlichen Gelegenheit zur Manöverkritik.

In der vergangenen Woche traf man sich zur Abschlussveranstaltung beim Malteser Hilfsdienst in der Ludwigstraße. Dadurch, dass die Gruppen immer klein gehalten werden, gibt es für jeden Schüler eine speziell auf ihn zugeschnittene Beratung. Im Prinzip hat man am Ende seine Bewerbung fix und fertig in der Tasche – wenn man denn in der 9. Klasse schon genau weiß, was man einmal werden möchte.

Die Jugendlichen zeigten sich vom Angebot ebenfalls sehr angetan: Ruken, die überlegt, Zollbeamtin zu werden, fand die Einstellungstests spannend. Sie weiß nun, dass man sich von diesen nicht stressen lassen soll, denn die Tests sind in der Regel so ausgelegt, dass man nicht alle Aufgaben bewältigen kann. Das soll den Bewerber ganz bewusst unter Stress setzen. Was ziehe ich an, wie präsentiere ich mich beim Bewerbungsgespräch, diese Tipps gefielen Lea am besten.

Lobende Worte für den Kurs

Auch Jasmin, die zu einem kreativen Job wie Floristin oder Fotografin tendiert, weiß nun, wie man sich im Gespräch verhält. Selina, die mit dem Gedanken im Büro zu arbeiten spielt, und Lukas fanden lobende Worte für jeden Baustein des Kurses. Annelie, die einmal im sozialen Bereich arbeiten möchte, hat nach eigenen Aussagen die Erkenntnis gewonnen, sich für die Einstellungstests mehr Allgemeinwissen anzueignen. Auch Jessica gefiel die Vorbereitung für den „Ernstfall“, sie möchte nach dem Realschulabschluss weiter zur Schule gehen und am liebsten Eventmanagerin werden. Jan, der auch viel für sich mitnehmen konnte, will entweder etwas im Bereich Elektronik werden oder aber etwas mit Tieren.

ZERTIFIKAT

Die Teilnehmer der Berufsfindungsaktion erhalten ein Zertifikat, das sich in einer Bewerbung sicher gut macht. Der Malteser Hilfsdienst stellte die Möglichkeiten ehrenamtlicher und hauptamtlicher Arbeit bei der Hilfsorganisation vor. Um hineinzuschnuppern, eignet sich ein Freiwilliges soziales Jahr, währenddessen Rettungssanitäter ausgebildet werden. Ein Ausbildungsberuf ist der Notfallsanitäter beispielsweise an der Rettungswache Fürth. Die duale Ausbildung dauert dreieinhalb Jahren. Infos: www.malteser-heppenheim.de. (rid)