Heppenheimer Realschüler berichten über ihre Berufspraktika

Copyright: Echo Online vom 20.04.2018

Das Glück der Erde: Über den Beruf der Pferdewirtin informiert eine Mädchengruppe bei der Ausstellung in der Aula der Heppenheimer Martin-Buber-Schule. Foto: Karl-Heinz Köppner

Von Astrid Wagner

HEPPENHEIM – Erste Erfahrungen im Berufsleben sammelten in den vergangenen Wochen die Schüler der drei achten Realschulklassen der Heppenheimer Martin-Buber-Schule. Was sie bei ihren Praktika erlebt und gelernt haben, fassten sie zunächst in Praktikumsberichten und auf Plakaten zusammen und stellten es am Mittwochabend ihren Eltern vor. Die drei besten Praktikumsberichte werden in jedem Jahr ausgezeichnet.

Jonas Gugenberger aus der 8aR ist einer der drei Glücklichen. Der Blick in seine Praktikumsmappe, die in der Ausstellung im Foyer der Schule ausliegt, begeistert. „Den würde ich sofort einstellen“, nickt ein Vater zustimmend. Jonas hat sein Praktikum im „Muse Chocolat“ gemacht. Mit zahlreichen Fotos hat er seinen Bericht bebildert.

Liest man hinein, spürt man sofort, wie viel Freude ihm all seine Erfahrungen gemacht haben. Wenn einer in diesem Alter schreibt, dass die Zeit jeden Tag „viel zu schnell“ vorbeigegangen sei, dann merkt man schon, da brennt einer für diese Arbeit. Gekonnt präsentierte der Schüler seine Erlebnisse den Eltern. Dabei sprach er ins Mikrofon, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Lauter Bilder von Köstlichkeiten zeigt er dem immer hungriger werdenden Publikum, erklärt ganz genau, was man dort sieht. Gerne, so unterstreicht er, würde das jeden Tag machen. Vielleicht sollte Jonas aber auch über eine Ausbildung in der Werbebranche nachdenken. Denn für seinen Praktikumsbetrieb hat er die beste Reklame gemacht, die man sich vorstellen kann. Mit „Wissen Sie was? Ich durfte das alles auch probieren!“ landet er am Ende noch einen großen Lacher. Ausgezeichnet wurden auch Pascal Tix (8bR) und Damla Cavuldak (8cR). Amelie Seelig berichtete anschaulich von ihren Erfahrungen bei der Firma Langnese.

Darüber hinaus stellte die Agentur für Arbeit die Aufgaben der Berufsberatung vor, Diakon Peter Jakob erläuterte die Berufsfindungsaktion „Bufi“ der Gemeinde St. Peter und der Kolpingfamilie Heppenheim.

Vorab hatten die Gäste Gelegenheit, sich die Ausstellung anzusehen. Hier hatten sich unter anderem vier Mädchen den Beruf des Pferdewirts näher angeschaut. Eine Erfahrung, die Daria in ihrem Berufswunsch bestärkt hat. Mit ganz viel Mühe und Liebe hatten die vier jungen Damen ihre informativen Plakate gestaltet. Auf dem Tisch konnte man Halfter, Hustentee für Pferde und vieles mehr sehen. Auch im Tierheim oder beim Tierarzt sammelten Praktikanten Erfahrungen.

Der Beruf des technischen Produktdesigners wurde unter die Lupe genommen. Ein auseinandergenommener PC ließ bereits von Weitem vermuten, dass es sich um die Ausbildung zum Fachinformatiker handelte. Andere hatten akribisch die Werkzeuge eines Optikers gezeichnet.mn Auch die Berufe einer Erzieherin, eines Kfz-Mechatronikers und einer Rechtsanwaltsfachangestellten wurden ausprobiert.

Gar nicht begeistert war ein Mädchen vom Beruf der Friseurin. „Der Beruf hat mein Interesse nicht geweckt“, schreibt sie im Bericht und ist ein wenig traurig darüber, dass ihr so wenig beigebracht wurde. Der Beruf des Konditors oder Bäckers fand recht guten Anklang. Es habe Spaß gemacht, so viel zu lernen und zu erfahren, konnte man nachlesen. Aber das frühe Aufstehen war dann doch nicht so der Fall des Praktikanten.