Fridays for Future am 15.03.2019 in Bensheim: zwei Klassen der MBS waren hautnah dabei

We cannot display this galleryAls die damals 15-jährige Schwedin Greta Thunberg während der Dürre- und Hitzewelle 2018 an einem Freitag im August zu einem „Schulstreik fürs Klima“ aufrief, konnte kaum jemand ahnen, welche Ausmaße dies annehmen würde. Innerhalb kürzester Zeit und forciert durch die sozialen Netzwerke, gewann die hierzulande als „Fridays for Future“ bekannt gewordene Bewegung immer mehr Anhänger.

Während die Bewegung von vielen Seiten Zuspruch erhält, beispielsweise von Bundespräsident Steinmeier oder auch einem Zusammenschluss von über 23.000 namhaften Wissenschaftlern, den „Scientists for Future“, gibt es auch Kritik an den regelmäßig stattfindenden Schüler-Demos: die in Deutschland geltende Schulpflicht lasse sich nicht mit den Streiks während der Unterrichtszeit vereinbaren und die Demonstrationen sollten stattdessen in der Freizeit stattfinden. Eine schwierige Situation, in der sich Schulen befinden und für die es bisher keine einheitliche Regelung gibt.

Auch in unserer Region finden seit einigen Monaten regelmäßig Fridays for Future Demonstrationen statt. Vorläufiger Höhepunkt der Bewegung sollte der vergangene Freitag (15.03.) werden, an dem zu einem weltweiten Klimastreik aufgerufen worden war: in über 2000 Städten in 125 Ländern auf allen Kontinenten versammelten sich weit über eine Million Jugendliche zum lauten, aber friedlichen Protest für einen Wandel in der Klimapolitik, in Deutschland waren es 300.000.

Die Martin Buber Schule legt großen Wert auf Umweltschutz und Demokratiebildung und möchte die Kinder und Jugendlichen zu einem verantwortungsbewussten Leben mit politischer und gesellschaftlicher Teilhabe animieren.

Nachdem die Freitagsdemonstrationen in den Klassen 7aR und 10aR im Unterricht ausführlich thematisiert worden waren, gaben die verantwortlichen Lehrkräfte Bettina Meißner und Silke Michel im Rahmen ihres Bildungsauftrages den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit, eine solche Kundgebung als Ort gelebter Demokratie zu erleben. Für die meisten war es die erste Demonstration ihres Lebens und so fuhr die Gruppe mit einer Mischung aus Neugier, Aufregung und ein wenig Unsicherheit nach Bensheim.

Auf dem Marktplatz hatten sich 600 Teilnehmer versammelt – Kinder und Jugendliche vom Grundschul- bis Oberstufenalter, Eltern, Lehrer, Großeltern. Kreative Plakate wurden gehalten und den vielfältigen Redebeiträgen gelauscht. Viele hatten nicht mit einem so großen Ansturm gerechnet und waren erstaunt über die Energie, die von einer solchen Kundgebung ausgeht. Andere zeigten sich auf dem Rückweg nach Heppenheim nachdenklich – dass der weltweite Klimawandel bereits so weit fortgeschritten ist, war ihnen nicht bewusst.

Ganz bestimmt wird es im Unterricht einigen Redebedarf und eine entsprechende Nachbereitung geben in den beiden Klassen. In jedem Fall war es ein spannender, lebendiger, aufrüttelnder Vormittag – eben Unterricht zum Anfassen und Erleben!

(B. Meißner, S. Michel)