„Es ist richtig gut geworden“

Copyright Echo Online 01.09.2018 von Astrid Wagner

Die Martin-Buber-Schule in Heppenheim ist von Grund auf saniert und modernisiert worden. Der Kreis Bergstraße hat 13 Millionen Euro investiert.

Alles frisch: Die Martin-Buber-Schule in Heppenheim ist für 13 Millionen Euro saniert worden. Foto: Sascha Lotz

HEPPENHEIM – 13 Millionen Euro hat der Kreis Bergstraße in die Hand genommen, um die Heppenheimer Martin-Buber-Schule von Grund auf zu sanieren und modernisieren. 1000 Euro davon wurden dafür verwendet, eingetrocknete Kaugummis vom Schulhofboden zu entfernen. „Da ich nicht glaube, dass die Kaugummi-Reste alle ausschließlich von den Lehrern sind, bitte ich euch, in Zukunft pfleglich mit der Schule umzugehen – so schnell gibt es keine neue.“

Kombiklassen sind Geschichte
Mit diesen Worten wandte sich Landrat Christian Engelhardt am Freitagvormittag bei der offiziellen Schlüsselübergabe an die freilich nur spärlich vorhandenen Schüler. Die hatten zur Feier des Tages nämlich schulfrei bekommen.

JETZT AUCH „DARSTELLENDES SPIEL“

Auch weiterhin gibt es die Ganztagsbetreuung an der Martin-Buber-Schule, die durch zahlreiche AGs gestaltet wird. Neu dabei ist „Darstellendes Spiel“. Die Neunt- und Zehntklässler übernehmen für die neuen Fünftklässler Patenschaften. Neu eingeführt wurde auch der Schulsanitätsdienst. Es ist geplant mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) einen Kooperationsvertrag abzuschließen, auch um Fördermittel für den Bereich Berufsorientierung zu erhalten. Die Kooperation mit Strahlemann läuft weiter wie gewohnt, ebenso die mit dem Heppenheimer Schul- und Jugendhilfeprojekt. Neu gibt es den Schreibwettbewerb – egal ob Rap oder Erzählung, die Mädchen und Jungen sind von der Deutsch-Fachschaft aufgerufen, etwas zum Thema „Heimat“ zu schreiben. (rid)

In drei Bauabschnitte war die Maßnahme unterteilt, während 26 Klassenräume saniert und mit Whiteboards ausgestattet wurden, zehn davon darüber hinaus mit Beamern. Es gibt kleinere Besprechungsräume, eine neues Lehrerzimmer, ein Großraumbüro, naturwissenschaftliche Räume, eine Lehrküche, eine „Holzwerkstatt vom Feinsten“, wie Schulleiterin Petra Röhrig aufzählte. Aula und Mensa erstrahlen in neuem Glanz, neue Fenster und Türen wurden eingebaut. „Es ist richtig gut geworden“, freute sie sich.
Doch sie schickte auch das ein oder andere „Aber“ hinterher. Sie hätte sich an der ein oder anderen Stelle mehr Mitspracherecht gewünscht, um „manches Unsinnige“ zu verhindern. Sie kritisierte, dass das sommerliche Raumklima bei geschlossenen Rollos nicht auszuhalten sei: „Die Luft steht“. Vor allem für die Lehrküche möchte man eine Klimaanlage, damit man dort auch im Sommer unterrichten könne. Auch eine freundlichere Außenfarbe hätte sie sich gewünscht.
Auch Bürgermeister Rainer Burelbach lobt die Modernisierung: „Sie ist das richtige Zeichen dafür, dass die Schulen mit ihren Schülern und Lehrern im Mittelpunkt stehen.“ Der ehemalige Schulleiter Peter Kühn freute sich über die Verwandlung, die seine alte Wirkungsstätte erfahren hat. Vom Architekturbüro gab’s ein Martin-Buber-Porträt als Geschenk.
Ganz besonders wichtig ist neben dem Äußeren jedoch das, was im Innern der Schule geschieht. Und da herrscht seit einiger Zeit Aufbruchstimmung. Bei der Berufsorientierung arbeitet man eng mit der Karl-Kübel- und der Metzendorf-Schule zusammen. Bisher war die Berufsorientierung in der achten und neunten Klasse auf dem Lehrplan, nun hat man sie auf die neunte und zehnte Klasse verlegt, um den Schülern einen geschmeidigeren Übergang zu gewährleisten.
Neu in diesem Jahr ist Spanisch im Stundenplan. Wer hier anfängt, kann die Sprache nach einem Jahr an der weiterführenden Schule abwählen und muss nicht drei Jahre lang eine zweite Fremdsprache belegen. Eine argentinische Lehrerin sorgt für viel Spaß und Fortschritt im Unterricht.
Haupt- und Realschule sind seit diesem Jahr wieder ab der fünften Klasse getrennt. Die Kombiklassen sind Geschichte. Durch Inklusion und Integration ging die Schere zu weit auseinander. Neu für die Hauptschule ist der Projekttag einmal in der Woche, an dem man die Kinder von Beginn an auf die Projektprüfung vorbereitet.
Neu ist auch, dass es in den Hauptfächern am Ende jedes Schuljahres einen Kompetenztest gibt, in dem die individuellen Lernfortschritte überprüft werden, um eventuell Fördermaßnahmen zu entwickeln. Es soll kein Schüler auf der Strecke bleiben. Förderstunden können personell derzeit gut abgedeckt werden. Im Frühjahr nächsten Jahres plant die Schule eine Sprachreise nach Süd-England.