Djembé Projekt an der Martin-Buber-Schule

Autoren: Judith Portugall und Matthias Jakob

Bild: aufgenommen vor der letzten AG-Stunde am 20. 11. 2014 Links oben: Laszlo, Noah, Jonas Meier (Konrektor), Matthias Jakob, Judith Portugall, Issa Camara Vorne: Jonathan, Kidus, Adrian

Bild: aufgenommen vor der letzten AG-Stunde am 20. 11. 2014
Links oben: Laszlo, Noah, Jonas Meier (Konrektor), Matthias Jakob, Judith Portugall, Issa Camara
Vorne: Jonathan, Kidus, Adrian

 

„Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“, so heißt das Projekt des Bundesfamilienministeriums mit einer maximalen Fördersumme in Höhe von 230 Millionen Euro. Der Förderzeitraum umfasst die Jahre 2013 bis 2017. Umgesetzt wird das Förderprogramm gemeinsam mit 34 bundesweiten Verbänden und Initiativen, die dafür in einem wettbewerblichen Verfahren ausgewählt wurden. Die förderfähigen Maßnahmen umfassen alle künstlerischen Sparten und Kulturformen sowie interdisziplinäre Angebote und werden durch die 34 Programmpartner präzisiert. Zu diesen 34 Partnern gehört auch der Verband deutscher Musikschulen e. V. (VdM) mit einer der größten Fördersumme. Die Musikschule Heppenheim gehört dem VdM an.
Das Projekt wurde erstmals bei einer der vier Fortbildungsphasen „Führen und Leiten einer Musikschule“ in Trossingen vorgestellt, an der Judith Portugall – stellvertretende Musikschulleiterin – teilnahm.
Daher keimte während ihrer Ausbildung zur Musikschulleiterin die erste Idee eines Projektes mit einer allgemein bildenden Schule, von diesem Fördertopf zu profitieren.
Die Martin-Buber Schule Heppenheim war sofort interessiert: Trommeln, Percussion – das stand zur Auswahl.
Nachdem Judith Portugall den in Zotzenbach lebenden Musiker Issa Camara für das Projekt in die engere Auswahl gezogen hatte, trafen sich Judith Portugall, Matthias Jakob und Issa Camara zu ersten Gesprächen, und schnell war klar: Es wird einen Djembé-Kurs mit Issa Camara an der Martin-Buber-Schule geben.
Um das Projekt im Sinne der Vorgaben des Bundesfamilienministeriums durchführen zu können, mussten verschiedene Partner ins Boot geholt werden. Dies waren der Förderverein der Martin-Buber Schule unter Vorsitz von Frau Weber, die Musikfachschaft der Martin-Buber-Schule, Leitung Herr Jakob und die städtische Musikschule Heppenheim mit der stellvertretenden Schulleiterin Frau Portugall.
Die Djembé ist eine einfellige Bechertrommel aus Westafrika, deren Korpus aus einem ausgehöhlten Baumstamm besteht. Die Höhe einer Djembé beträgt etwa 60 Zentimeter, der Durchmesser ihrer Bespannung aus meist geschorenem Ziegenfell (früher war es Antilopenfell) etwa 30 Zentimeter. Die Djembé wird zu vielen Anlässen gespielt: Feiern, Zeremonien, spirituelle Anlässe, bei der Arbeit oder zur Nachrichtenübermittlung. Djemben werden nur mit den bloßen Händen angeschlagen und zeichnen sich durch ein umfangreiches Klangspektrum aus, dessen tiefe Bässe aufgrund der speziellen, kelchförmigen Gestalt ihres Korpus entstehen, die beim Djembéspiel als Helmholtz-Resonator wirkt. (Auch eine Flasche stellt einen Helmholtz-Resonator dar). Djemben werden sowohl als Solo- als auch als Ensembleinstrument eingesetzt. Die typische Besetzung eines Ensembles besteht dabei aus einer meist etwas höher als die anderen gestimmten Solo-Djembé, ein bis zwei Begleit-Djemben sowie ein bis drei Bass-Trommeln.
In einem Schnupperkurs präsentierte Issa Camara zunächst das westafrikanische Instrument und seine Möglichkeiten. Schon bei diesem ersten Kontakt gab es große Augen bei den zahlreichen Interessenten, als Issa Camara der Djembétrommel die ersten Töne entlockte. Zwei Wochen später startete die Trommel-AG mit einem festen Kern von Schülern, die seither von dem kostenfreien Unterricht profitierten. Das Projekt endete am 20. November.
Der große Auftritt fand zum Sommerfest der Martin-Buber Schule am 18. Juli 2014 statt – viele Sonderproben wurden angesetzt, bis die Schüler das notwendige Können und Gruppenfeeling erreicht hatten. Das Ergebnis konnte sich hören und sehen lassen. Die Musiker hatten eine richtige Choreograhie einstudiert; in wechselnden Einsätzen betraten die Schüler die Bühne, die vorgetragenen Rhythmen wurden immer vielschichtiger und dynamischer. Die zahlreichen Zuhörer spendeten begeisterten Applaus.

Heppenheim MBS

 Nun neigt sich das Projekt leider dem Ende zu, der Fördertopf des VdM leert sich …
Schade, dass es vorbei ist, sagen Schüler und Dozent Issa Camara, Judith Portugall und Matthias Jakob.