Der Funke springt über

Copyright Echo Online Samstag, 02.11.2019 – 00:00

Schreibwettbewerb an der Martin-Buber-Schule Heppenheim zum Thema Feuer bringt bemerkenswerte Texte hervor.

Von Astrid Wagner
 

Waldbrand heißt der Text von Marie Millrose. (Foto: Sascha Lotz)

 
HEPPENHEIM – „Ich brannte. Stand innerlich lichterloh in Flammen, versuchte es aber zu leugnen. Mich hinter einem Lächeln zu verstecken und die Narben niemandem zu zeigen“, so fängt er an, der preisgekrönte Text von Lea Roos. Die Schülerin der zehnten Realschulklasse der Heppenheimer Martin-Buber-Schule ist Schulsiegerin des Schreibwettbewerbes geworden. Das vorgegebene Thema: „Feuer“.
Lea und die jeweiligen Gewinner der Jahrgänge fünf bis zehn durften ihre Texte jetzt vor den Klassensiegern und der Schulleitung noch einmal vorlesen. Großartige Texte sind entstanden zum Thema. Bei Lea Roos steht das Feuer sinnbildlich für die Gefühle ihrer Protagonistin. Einerseits die Flammen, die sie zu ersticken drohen, andererseits ist die Wärme in ihr erloschen. Doch als sie aufgeben will, ist er da: „Ein einziger kleiner Funken Hoffnung in der Kälte.“ Klein und verletzbar. Narben seien zurückgeblieben. Doch das Feuer hat sie überlebt. „Selbst auf Asche wird wieder etwas wachsen“, schreibt die Zehntklässlerin in ihrem fast schon philosophischen Text, der so dramatisch und hoffnungslos beginnt und am Ende positiv und lebensbejahend in die Zukunft blickt.
Marie Millrose ist die Jahrgangssiegerin der fünften Klassen. Ihr Text „Waldbrand“ schildert spannend, wie durch die Aufmerksamkeit eines Mädchens ein Brand rechtzeitig von der Feuerwehr bekämpft werden kann. Sevinch Grifinstein, Siegerin der 6. Klassen, erzählt in ihrer fantasievollen Geschichte von zwei Freunden, die der „Feuerfrau“ begegnen und drei Wünsche frei haben. Anna Lena Lulay, beste „Schreiberin“ der 7. Klassen, verlegt ihre Geschichte über Mobbing in das Zauberreich. Auch kleine Hexen, so lernt man, bleiben an der Schule von Mobbing nicht verschont. Doch eines Tages bringt ein Zufall die Wende und Hexe Lulu ist fortan nicht mehr das Opfer, sondern weiß sich durchzusetzen.
Felix Schäfer, Jahrgangssieger der 10. Klassen, verlas das letzte Meisterwerk des Vormittags. Es erzählt von der „kleinen Flamme“, die mit ihrem Vater „Inferno“ und dem Opa „Glut“ zusammenlebt. Seit vielen Jahren leben sie im Streit mit der Familie Wasser. Als kleine Flamme „Wassertropfen“ das erste Mal sieht, ist sie zunächst voller Angst und Vorurteile. Als sie schließlich erfährt, dass die Ursache für die Feindschaft schon viele Jahre zurückliegt, beschließt sie, diese ein für alle Mal zu begraben. Und siehe da – es gelingt. Eine wunderbare Geschichte über Vorurteile, Vergebung und Freundschaft.
Deutschlehrerin Kristin Vettel konnte stolz sein auf die Nachwuchsschriftsteller. Gemeinsam mit Schulleiterin Petra Röhrig verteilte sie Preise und Urkunden an alle. Auch die einzelnen Klassensieger gingen nicht leer aus.