„Ärzte gegen Tierversuche e.V.“ zu Besuch an der MBS

Sind Tierversuche ethisch vertretbar? Aus Sicht des Menschen? Aus Sicht des Tieres?

Mit dieser Frage beschäftigte sich der Vortrag von Dr. Lisa Crämer-Schwarz von „Ärzte gegen Tierversuche e.V.“, den die Chemikerin am 23.11. vor den Siebtklässlern des WPU-Kurses „Schüler für Tiere“  hielt.

Es war ein Ausflug in Bereiche der Chemie, Medizin und Kosmetik, den Lisa Crämer-Schwarz mit den Schülerinnen und Schülern unternahm. Anhand von Graphiken und Bildern erklärte sie die verschiedenen Einsatzbereiche von Tierversuchen, zeigte die Tierhaltung in Laboren und auch die Qualen der Versuchstiere.

Die heutige Medizin betreibt einen enormen Forschungsaufwand mit Tierversuchen, was am Ende Millionen Tieropfer und Milliarden an Steuergeldern bedeutet. Zwei Drittel aller Krankheiten sind trotz Tierversuchen nicht heilbar und die klassischen Volkskrankheiten (Diabetes, Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Krebs), die oft auf falscher Ernährung und Lebensweise beruhen, nehmen zu.

98% der in Tierversuchen als wirksam getesteten Medikamente kommen letztlich nicht auf den Markt, und trotzdem sterben jährlich ca. 56000 Menschen an Nebenwirkungen von Medikamenten. Dies liegt u.a. an der schlechten Vergleichbarkeit: obwohl beide Nager sind, haben bereits Ratten und Mäuse eine genetische Übereinstimmung von nur 50%-60%. Beim Affen und Menschen sind es zwar 98,4%, auch das reicht jedoch nicht für aussagekräftige und verlässliche Voraussagen.

Bereits seit 1979 fordern „Ärzte gegen Tierversuche e.V. ein gesetzliches Verbot von Tierversuchen, stärkere finanzielle Förderung von tierversuchsfreier Forschung (derzeit in Deutschland ca. 11 Mio. Euro/Jahr im Vergleich zu Tierversuchsforschung mit Beträgen in Milliardenhöhe) und die gezielte Förderung der Ursachenforschung von Krankheiten und deren Vorbeugung.

Der WPU-Kurs „Schüler für Tiere“ bedankt sich herzlich bei Frau Crämer-Schwarz; wir werden uns im Unterricht weiter mit dem Thema beschäftigen.

(S. Michel)