Jul 02

Projektwoche mit allerlei spannenden Themen

HEPPENHEIM – Der Countdown läuft, die Ferien stehen unmittelbar vor der Tür. Die Zeugnisse sind längst geschrieben. Gar nicht so einfach, Schüler jetzt noch sinnvoll zu beschäftigen. Eine gute Sache ist da eine Projektwoche zum Abschluss des Schuljahres. An der Martin-Buber-Schule findet dieser Tage eine solche statt – mit allerlei spannenden Themen.

Handwerklich geht es im unteren Stockwerk zu. Da sägt ein Schüler ein Stück Holz zurecht, zwei Jungs streichen eine Bank, zwei Mädels bepinseln Holzbretter in leuchtendem Blau. Unter Anleitung von Justine Markgraf entstehen Gartenmöbel, die Begehrlichkeiten wecken bei zufällig vorbeischauenden Lehrern und Besuchern: So eine Holzbank, mit dem ausgesägten Schriftzug „Lieblingsplatz“ wäre der Hingucker im heimischen Gärtchen. Freilich fabrizieren die Mädchen und Jungen nicht in Serie – schade eigentlich.

  • 32 PROJEKTE

Insgesamt 32 Projekte für 430 Schüler stehen auf dem Programm der diesjährigen Projektwoche an der Martin-Buber-Schule. Sport, Tanz oder „kreatives Erfinden“ stehen hoch im Kurs. Matthias Menzner bereitet die künftigen Zehntklässler auf ihre Präsentationen vor.

Aus Restholz entsteht eine Gartenlaterne

Es sind ausnahmslos Siebtklässler, die da sägen, streichen und schrauben. Die beiden Mädels Duygu und Salma grundieren das Willkommens-Schild, das Besucher begrüßen soll, wenn am letzten Tag die fertigen Werke ausgestellt werden. Aus Restholz bauen Tim und Joshua eine Gartenlaterne. Die zwei seien Asse im Schreinern, lobt die Leiterin des Projektes. Ihnen genügt ein Handyfoto – und kurze Zeit später nimmt die Laterne Gestalt an. Die beiden haben auch die Bank der Mädels mit Querverstrebungen stabilisiert.

Bei Andrea Seidel ist Töpfern angesagt. Das bedeutet für die Mädchen und Jungen, dass sie Geduld mitbringen müssen. Denn ihre Kunstwerke müssen erst einmal zwei Wochen trocknen, bevor sie gebrannt und glasiert werden können. Also wird nach den Ferien weiter gearbeitet. Damit sie wenigstens ein bisschen was mit nach Hause nehmen können, haben sie am Vortag fertige Väschen glasiert. Die beiden Freundinnen Arlinda und Asli sitzten nebeneinander und modellieren Herzchen als Symbol der Freundschaft. Elyesa macht einen Teller, am Tisch nebenan entstehen tönerne Muscheln. Arbeiten mit einem Werkstoff wie Ton sei sehr vielseitig, erläutert die Projektleiterin. Das, was man sich vorstellt, soll zum Ausdruck gebracht werden. Es gilt Erfahrungen zu sammeln, wie fest oder zart man das Material anpacken darf. Und wenn einmal etwas misslingt, dann sei das kein Frusterlebnis, weil man mit dem Ton einfach noch einmal von vorn beginnen kann.

Ein paar Meter weiter wird eifrig genäht. Paula und Sofia sind gerade dabei, Haarbänder zu entwerfen – eine ein Blaues, die andere eines in Rosa. Sina näht zum ersten Mal in ihrem Leben. Das Utensil, das aus unterschiedlichen Stoffen gerade entsteht, wird wunderschön. Sarah bügelt ihres bereits, damit es noch besser aussieht. Einen Schritt weiter steht Saron und entwirft ein Kronen-Kissen. Und Lehrerin Martina Steiner müsste sich eigentlich klonen, um überall gleichzeitig helfen zu können. Laura Rusch wiederum bringt ihrer Gruppe die Kalligrafie nahe. Die gotische Schrift, die Mehmet aufs Papier zaubert, sieht toll aus. Sina übt sich derweil in chinesischen Schriftzeichen.

In der Küche wird eifrig geschnippelt. Eine Quiche Lorraine soll entstehen und eine Zitronentarte. Am nächsten Tag stehen Crêpes auf der Speisekarte. Es ist der Französisch-Kurs von Susanne Zappen, der hier beisammen ist. Anke Ludewigs Schützlinge suchen derweil nach einer Lösung. Sie wollen Glas in der Mikrowelle herstellen. Doch im ersten Versuch klappt das noch nicht so gut. Sind die Mikrowellen zu schwach oder nimmt der Tontopf zu viel Hitze weg? 1000 Grad Hitze müssen mit einem Trick erzeugt werden. Vielleicht wüsste Antje Buschendorf die Lösung, doch die hat um sich jene Kids versammelt, die sich für Astronomie interessieren. Gibt es außerirdisches Leben? Wie entstand das Universum? Auch dem Planetarium möchte man einen Besuch abstatten – ein strammes Programm. Eine pfiffige Idee hat auch Lehrer Timo Kolb. Er macht sich mit seinen Schülern auf den Weg in den Supermarkt, um dort einmal zu schauen, wie viele schädliche Zusatzstoffe in den Lieblingsspeisen der Jugendlichen stecken.