Aug 31

Fördervereine in Heppenheim: Sie springen ein, wenn niemand zuständig ist

Copyright Echo Online 31.08.2017 (von Bernd Sterzelmaier)

Der Vorstand des Fördervereins der Martin-Buber-Schule Heppenheim mit der Vorsitzenden Andrea Marko (Zweite von rechts).

HEPPENHEIM – Für die Lehrer und das Lernen ist das Land Hessen verantwortlich, der Kreis Bergstraße hat als Schulträger dafür zu sorgen, dass die Gebäude in Ordnung und die Sekretariate besetzt sind. Doch dazwischen gibt es viele Aufgaben, die ohne die Fördervereine liegen bleiben würden. So gibt es kaum noch eine Schule ohne Förderverein.
Beispiel Martin-Buber-Schule in Heppenheim: Dort ist Andrea Marko seit drei Jahren die Vorsitzende, die sich allerdings – wie sie berichtet – auf ihr Vorstandsteam verlassen kann, in dem die Arbeit gerecht verteilt ist. „Ich habe ein Super-Team“, sagt sie.
Der Verein führt den Namen „Gemeinschaft der Freunde zur Förderung der Martin-Buber-Schule“, der mit entsprechender Satzung eingetragen ist. „Zweck des Vereins ist die ideelle Förderung der Martin-Buber-Schule und die Mittelbereitstellung unter anderem für die zusätzliche Anschaffung und Ausstattung von bzw. mit Ausbildungs- und Lehrgeräten“, so heißt es darin.

Schulleitung arbeitet im Vorstand mit
Laut Andrea Marko hat der Verein etwa 250 Mitglieder, ausschließlich Eltern und Schüler und sogar solche Eltern, deren Kinder die Schule längst verlassen haben. In anderen Schulen sind Lehrer ausdrücklich erwünscht. Allerdings arbeitet die Stellvertretende Schulleiterin Petra Röhrig als Beisitzerin im Vorstand mit.
Die Haupt- und Realschule an der Gräffstraße in Heppenheim wird von mehr als 500 Kindern und Jugendlichen besucht. Eltern, deren Kinder aus den Ganztagsklassen das vom Förderverein organisierte Betreuungsangebot nach Unterrichtsende nutzen, sind automatisch Mitglied. Der Mitgliedsbeitrag pro Jahr: 25 Euro.
Bänke für den Pausenhof, Tischtennisplatten, Spielsachen und Material, das nicht unter die Lehrmittelfreiheit fällt, aber den Schülern hilft, auch darum kümmert sich der Verein. Für Kaffee und Kuchen sorgen, wenn die Eltern nach den Sommerferien während der Einschulung bewirtet werden, auch dafür fühlt sich der Förderverein zuständig.
Auch der Förderverein der Schloss-Schule Heppenheim hat in seiner Satzung festgeschrieben, dass er „alle im Interesse des Schulbetriebs und des Schullebens förderungswürdigen Anliegen unterstützt“.
Ein großes Anliegen des Fördervereins ist es, den Zusammenhalt an der Schule zu stärken und ein „Wir-Gefühl“ zu kultivieren. Dafür wurden Schloss-Schul-T-Shirts gestaltet.

Unterstützung beim Schulfest und bei Ausflügen
Außerdem unterstützt der Verein das Lehrerkollegium bei Schulfesten und Ausflügen. Mit Finanzmitteln des Vereins werden Außenspielgeräte, Materialien für Sport und Spiel, die Einschulungsfeiern und die Projekttage unterstützt. Auch in der Schloss-Schule ist der Förderverein Träger der Ganztagsbetreuung. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Jahr mindestens zwölf Euro.
„Eine Schule ohne Förderverein, das wäre eine arme Schule“, so steht es auf der Homepage des Starkenburg-Gymnasiums, das sich wie selbstverständlich auch auf einen Förderverein verlassen kann. „Stellen Sie sich vor, unsere Schulen müssten allein mit dem Geld auskommen, welches die öffentlichen Hände für sie bereitstellen: Der Schulalltag würde schon irgendwie laufen. Aber ,irgendwie laufen‘ klingt nicht wirklich schön, oder?“, heißt es weiter.
Der Förderverein möchte dazu beitragen, dass das Lernen an der Schule Spaß macht, „weil sie gut ausgestattet ist, eine umfassende Betreuung ermöglicht und zahlreiche Projekte anbietet, die über den reinen Schulalltag hinausgehen“.
Ein weiteres Anliegen ist es, die Bindung zu ehemaligen Schülern und Lehren sowie den Freunden des Starkenburg-Gymnasiums zu pflegen. So unterstützt der Förderverein den Druck des „Starkenburgers“, der künftig in Gestalt eines Jahrbuches erscheinen wird. Viele der Mitglieder sind „Ehemalige“, die sich „ihrem“ Gymnasium oft ein Leben lang verbunden fühlen.
Doch die zahlenmäßig größte Gruppe bilden die Eltern und Erziehungsberechtigten. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Jahr 20 Euro. Auch unter den Eltern sind viele, deren Kinder die Schulzeit längst hinter sich gebracht haben.